WM 2006 Ticket-Ärger ohne Ende


Der Streit um den Verkauf von Tickets für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 schlägt immer höhere Wellen: Jetzt gehen die Verbraucherschützer gerichtlich gegen die WM-Organisatoren vor.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) habe beim Landgericht Frankfurt einen Antrag auf einstweilige Verfügung zum Stopp von Ticketverkaufsbedingungen eingereicht, teilten der Verband am Donnerstag in Berlin mit. Man werde versuchen, eine schnelle Entscheidung noch vor der Weltmeisterschaft zu bekommen, sagte der stellvertretende Verbandsvorstand Patrick von Braunmühl. Der Verband habe sich zu einer Klage entschieden, weil der Deutsche Fußball-Bund (DFB) innerhalb einer bis zum 30. November gesetzten Frist kein Einlenken gezeigt habe.

Gegenstand der Klage sind zum einen die Verkaufsbedingungen der so genannten Optionstickets. Durch den Kauf solcher Tickets erwirbt der Kunde eine Anwartschaft auf zurückgegebene Karten. "Fans müssen aber in Vorleistung treten, ohne zu wissen, ob sie letztendlich ein Ticket erhalten", sagte Braunmühl. Nach den bisherigen Verkaufsbedingungen bekommen die Fans ihr Geld erst vier Wochen nach der Fußballweltmeisterschaft zurück. Dies sei ein zinsloses Darlehen für das Organisationskomitee. Zweiter Punkt der Klage seien die hohen, am Ticketpreis orientierten Servicegebühren. Diese müsse der Kunde zahlen, gleich, ob er dann ein Ticket erhalte oder nicht.

Unsicherer Gegenwert

Parallel prüft derzeit auch die EU-Kommission, ob der Weltfußballverband Fifa beim Verkauf der Eintrittkarten gegen EU-Recht verstößt. Ausgelöst wurde die Prüfung durch Beschwerden von Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Der FDP-Europa-Abgeordnete Alexander Graf Lambsdorff sagte als einer der Initiatoren: "Es kann nicht sein, dass die Fans dem Veranstalter ein zinsloses Darlehen gewähren, ohne zu wissen, ob sie dafür einen Gegenwert erhalten." Auch durch den Einbehalt von Gebühren, die Fans entrichten müssen, obwohl sie keine Karten erhalten haben, nutze die Fifa ihre Monopolstellung unzulässig aus.

Reuters Reuters

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