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Trainersuche: Togos Chaostage

Die Trainerposse um Togos Nationalmannschaft geht weiter, Winfried Schäfer will nur zu "seinen Bedingungen" Chefcoach der Westafrikaner werden. Indes tauchte in einer Sparkasse im togolesischen WM-Quartier in Wangen ein mysteriöser Geldkoffer auf.

"Ich habe noch keinen Anruf bekommen, sondern gehe gerade in Ettlingen mit meinem Hund spazieren", sagte Schäfer am Montagvormittag. Bis zum Training Togos um 16.00 Uhr in Frankfurt am Main müsse eine Entscheidung gefallen sein, sonst stehe er nicht mehr zur Verfügung.

Der 56-Jährige, der bereits Nationaltrainer Kameruns war, beklagte die offensichtliche Uneinigkeit im Fußballverband Togos. "Der Präsident entscheidet nicht, der heimliche Chef ist der Generalsekretär", sagte Schäfer.

"Nur zu meinen Bedingungen"

Weiter betonte Schäfer, er würde nur für die Dauer der WM und nur "zu meinen Bedingungen" als Trainer Togos arbeiten. Die Zeit drängt, denn bereits am Dienstag treffen die Afrikaner in Frankfurt am Main auf Südkorea.

Über den am Sonntag vom togolesischen Technischen Direktor ins Spiel gebrachten Deutschen mit Vornamen Christoph meinte er: "Der ist seit Wochen in Wangen im Allgäu und erzählt, er wäre mein Co-Trainer. Die Welt ist verrückt."

Wenig Sorgen um die Motivation

Um die Motivation der Mannschaft, die seit Tagen für ihr WM-Debüt nicht mehr regelmäßig trainiert hat, macht sich Schäfer wenig Sorgen. "Du musst der Mannschaft nur ein Kuvert geben und sagen, das ist dein Geld. Und die reißen dir dann das Stadion ab."

"Ich muss es nicht machen. Ich weiß, wie Afrikaner zu führen sind. Das Problem ist das Drumherum. Es muss alles stimmen und alle Störenfriede müssen raus", sagte Schäfer. Von seinem jetzigen Verein Al Ahli Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten erhielt er bereits Grünes Licht für einen Einsatz als Trainer Togos während der WM. "Ich habe mit meinem Präsidenten dort gesprochen, die würden sich freuen."

Prämienstreit beendet

Der Prämienstreit, der der Auslöser für den Rücktritt des bisherigen deutschen Trainers Otto Pfister war, ist aber beendet. Nach Informationen der "Schwäbischen Zeitung" sollen bei der Kreissparkasse von Wangen im Allgäu zwei Geldkoffer abgegeben worden sein. In Wangen haben die Togolesen ihr Quartier bezogen.

Für eine Einigung spricht zudem, dass Sportartikel-Hersteller Puma als Ausrüster Togos stark an einem raschen Ende des Chaos interessiert ist.

DPA / DPA
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