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Vor USA-Spiel: Azzuri spucken große Töne

Kaum gewinnen die Italiener mal ein Auftaktspiel, lassen sie wieder die Muskeln spielen. Die Spieler versprechen gegen die USA ein Torfestival.

Bernhard Krieger und Franko Koitzsch/DPA

Unterschiedlicher können die Voraussetzungen vor dem Spiel Italien gegen USA nicht sein: Während die verunsicherten US- Boys schon im zweiten WM-Gruppenspiel um alles oder nichts kämpfen, träumen die selbstbewussten Italiener vom vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale. Der 2:0-Sieg gegen Ghana hat im Land die Skandale vergessen gemacht und ein wenig Euphorie aufkommen lassen. "Wir werden die Begeisterung weiter anheizen", sagte Stürmer Alberto Gilardino und versprach für Samstag in Kaiserslautern ein Torfestival.

Italien in Bestbesetzung - ohne Del Piero

Alles andere als ein klarer Sieg Italiens wäre eine Überraschung. Auch wenn Trainer Marcello Lippi ein "schweres Spiel" erwartet, und auch Francesco Totti eindringlich vor Übermut warnt. Erstmals hat Lippi alle Akteure zur Verfügung. In der Abwehr kehrt Gianlucca Zambrotta nach seiner Oberschenkelzerrung zurück, und Mittelfeldspieler Gennaro Gattuso sitzt zumindest wieder auf der Bank. Wie schon gegen Ghana bekommt der Römer Totti als Spielmacher den Vorzug vor dem nörgelnden Alessandro Del Piero. Im Sturm läuft neben Gilardino wieder Luca Toni auf.

Zwist im US-Team

Die US-Boys kämpfen dagegen um das sportliche Überleben. "Wir liegen nicht im Koma und wollen gewinnen", gibt sich US-Trainer Bruce Arena nach außen zuversichtlich. Intern steht der Coach allerdings stark in der Kritik. Nachdem er einige Spieler kritisiert hatte, holten die öffentlich zum Gegenschlag aus. Bobby Convey meinte gar, einige Spieler hätten gegen Tschechien gar nicht gewusst, was sie auf dem Platz tun sollten. Arena wies die Anschuldigungen empört zurück. "Mehr Vorbereitung als unsere Jungs hatten, kann es nicht geben. Wir waren höchstens überorganisiert."

Beide Teams gelten bei Sicherheitsexperten als besonders gefährdet. Die Amerikaner sind gelassen. In ihrem Quartier auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein fühlen sie sich sicher wie in Abrahams Schoß. Aber auch die Italiener fühlen sich als US-Verbündeter im Irak- Krieg von Terroranschlägen bedroht. "Wir hoffen, dass es nicht gefährlich ist. Das Stadion ist voll und unsere Familien sind auch hier", sagte Gilardino.

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