WM-Begeisterung Fußballfest in Deutschland

Bis in die Nacht hinein feierten Fans in ganz Deutschland den Auftakt-Sieg der Nationalmannschaft. In München gab es mehrere Verletzte, als zu viele Fans in den überfüllten Olympiapark drängten.

Ohne größere Zwischenfälle haben mehr als eine Million Menschen am Freitag den Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland und den ersten Sieg des Gastgebers gefeiert. Bis in die Nacht waren die Fan-Meilen in vielen deutschen Städten bevölkert. Mit Auto-Corsos durch die Innenstädte, Hupkonzerten und Gesängen zeigten Tausende ihre Freude über den Auftaktsieg der deutschen Mannschaft mit 4:2 über Costa Rica.

Etwa 3000 Polizisten sicherten die Stadien in München und Gelsenkirchen, wo die ersten beiden Spiele ausgetragen wurden, und die Fan-Meilen in anderen Städten. Ein Polizeisprecher in Berlin sagte am späten Abend: "Alles im grünen Bereich. Es gibt keine Vorkommnisse."

Die Polizei hat am ersten Tag der Fußballweltmeisterschaft ihre Präsens landesweit deutlich verstärkt. Insgesamt verlief der Abend nach dem Eröffnungsspiel in München ruhig, teilte die Behörde am Samstag mit. Es sei lediglich zu kleineren Zwischenfällen gekommen, zumeist ausgelöst durch alkoholisierte Fans. Ein Sicherheitsproblem hatte es jedoch beim Public Viewing im Münchner Olympiapark gegeben. Das mit 35.000 Fans überfüllte Festgelände wurde wegen Überfüllung geschlossen. Nachkommende frustrierte Fans drückten dann einen Zaun ein. Es gab mehrere Leichtverletzte.

Nach der 0:2-Niederlage Polens gegen Ecuador am späten Abend in Gelsenkirchen zeigten sich die polnischen Fans als faire Verlierer. Die befürchtete Anreise polnischer Hooligans war zuvor ausgeblieben. Die Polizei äußerte sich zufrieden. "Es ist bisher alles friedlich geblieben", sagte ein Sprecher.

Auch anderswo gab es keine größeren Probleme. In München, dem Schauplatz der fröhlichen Eröffnungsfeier, meldete die Polizei insgesamt 17 Festnahmen. Auch in anderen Städten wurden Menschen wegen Rangeleien oder aggressiven Pöbeleien unter Betrunkenen vorübergehend festgenommen. Hamburg meldete rund 20 Festnahmen, vor allem wegen kleineren Körperverletzungen. Köln verzeichnete rund 40 Festnahmen.

Am Nachmittag hatte Bundespräsident Horst Köhler die 18. Fußball- WM in der ausverkauften Münchner Arena offiziell für eröffnet erklärt. "Endlich geht es los!", sagte das Staatsoberhaupt. "Wir wünschen uns spannende Spiele, viele Tore und Fairplay. Möge der Fußball die Völker verbinden." Die WM 2006 begann mit einer schwungvollen Eröffnungsfeier und einer Huldigung ehemaliger Fußballgrößen. Bei der Zeremonie marschierten knapp 160 ehemalige Weltmeister aus den sieben Ländern, die in der Vergangenheit den World Cup gewonnen hatten, ins Stadion ein. Dazu gehörten Stars wie Pelé, Franz Beckenbauer und Sir Bobby Charlton.

Auf den Fan-Meilen zwischen Füssen und Flensburg begegneten sich die Gastgeber und ihre farbenfroh gekleideten Gäste aus aller Welt fröhlich und getreu dem WM-Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden". Der Andrang auf die Fan-Meilen war zeitweise kaum zu bewältigen. In Berlin versuchten polnische Hooligans über die Umzäunung zu klettern. Die Polizei hatte die Lage aber schnell unter Kontrolle.

Fest in britischer Hand

Fest in britischer Hand war einen Tag vor dem Match England-Paraguay in Frankfurt/Main der Römerberg. Die Polizei erwartete mehr als 40.000 Engländer. In Frankfurt blieb es aber wie überall bis auf einige kleinere Rangeleien und Ohnmachtsanfälle durch Erschöpfung überwiegend ruhig. Zwischenzeitlich lieferten sich einige englische und deutsche Fans auf dem Römerberg Wortgefechte. Die Polizei konnte aber verhindern, dass es zu Handgreiflichkeiten kam.

Ausgelassen jubelnd und in einem Meer aus Deutschland-Fahnen feierten auch in Hamburg 60 000 Menschen beim größten WM-Fan-Fest im Norden. Auf dem Berliner Kurfürstendamm und anderswo drückte die Polizei beide Augen zu: "Solange niemand gefährdet wird, schreiten wir nicht ein", sagte ein Sprecher. In München war laut Polizei zwischen Siegestor und Rheinstraße "kein Durchkommen mehr." Der Marienplatz wurde zum "Feierplatz" erklärt.

DPA/Reuters DPA Reuters

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