Saudi-Arabien - Spanien Der zweite Anzug passt


Auch die B-Auswahl Spaniens war noch zu stark für harmlose Saudis: Die bereits für das Achtelfinale qualifizierten Iberer siegten in einem schwachen Spiel ohne Mühe mit 1:0.

Spaniens Reservisten haben beim Schaulaufen gegen Saudi-Arabien die Muskeln spielen lassen und sich für weitere Aufgaben bei der Fußball-Weltmeisterschaft empfohlen. Auch mit seiner B-Auswahl dominierte der Mitfavorit die Partie am Freitag vor den Augen von König Juan Carlos lange Zeit nach Belieben und gewann hochverdient mit 1:0 (1:0).

Durch Juanitos Kopfballtreffer in der 36. Minute sicherte sich Spanien den ersten Platz in der Gruppe H und trifft nun am Dienstag in Hannover auf den Zweiten der Gruppe G. Allerdings verspielten die Iberer vor 46 000 Zuschauern im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion einen höheren Sieg durch eine mangelhafte Chancenverwertung und eine lustlose Vorstellung gegen Ende der Partie.

Total-Rotation

Trainer Luis Aragones machte seine Ankündigung wahr, die Startformation nach der perfekten Achtelfinal-Qualifikation komplett unzukrempeln und den Spielern aus der zweiten Reihe Spielpraxis zu geben. Die Spanier kontrollierten das Spiel sofort, auch wenn sie es weit weniger stürmisch angehen ließen als beim 4:0 gegen die Ukraine. So dauerte es bis zu den ersten Chancen eine gute Viertelstunde. Dann schoss zunächst Joaquin von der Strafraumgrenze knapp über das Tor (16.), wenig später scheiterte Reyes in aussichtsreicher Position mit seinem schwächeren linken Fuß an Torwart Mabrouk Zaid (17.).

Juanitos trifft

Nach einer wunderbaren Kombination im Strafraum durfte dann David Albelda sein Glück versuchen, doch auch er fand in Zaid seinen Meister (28.). Umso verdienter war der Führungstreffer durch Juanitos wuchtigen Kopfball. Die Vorarbeit dazu lieferte Raul mit einem präzise getretenen Freistoß. Der etatmäßige Kapitän, der zuletzt nicht zu den Stammspielern gehörte, trug zum ersten Mal bei der WM die Binde. Nach einer insgesamt unauffälligen Vorstellung räumte er aber wie zuvor abgesprochen schon zur Halbzeit wieder seinen Platz.

Saudis bemüht

Die Saudis dokumentierten nur mit ihrer Aufstellung, dass sie ihre Minimal-Chance suchen wollten: Zum ersten Mal im Turnier spielten sie mit zwei Angreifern. Davon profitierte auch der 34 Jahre alte Sami Al-Jaber, der sein Debüt in der Startelf geben durfte. Doch es dauerte bis zur 40. Minute, ehe sich mit Al-Jaber zum ersten Mal ein Angreifer dem spanischen Tor gefährlich näherte. Doch er schob den Ball überhastet Torhüter Santiago Canizares in die Arme. Erst gegen die immer stärker nachlassenden Spanier kamen die Saudis noch zu guten Möglichkeiten. Eine Minute vor Spielende wäre Saad Al Harthi beinahe noch der Ausgleich gelungen.

Eric Dobias und Rainer Fülscher, DPA DPA

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