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Fußball-WM 2010: Brasilien - Chile: Selecao gelangt glanzlos ins Viertelfinale

Eine knappe Halbzeit lang machten die Chilenen dem Favoriten Brasilien das Leben schwer. Doch mit dem 2:0 kam die Lässigkeit ins Spiel von Kaká und Co. zurück - und blieb.

Auf dem Papier hatte Chile im Achtelfinale gegen Brasilien keine Chance: Beide bisherigen WM-Duelle mit dem Rekordweltmeister gingen verloren, das Viertelfinale erreichte "La Roja" nur einmal - bei der Heim-WM 1962. Und auch bei der WM 2010 ist das Achtelfinale Endstation für die Chilenen.

Nicht nur, weil beim Duell der Südamerikaner im Ellis Park Stadion von Johannesburg der chilenischen Mannschaft drei Stammspieler fehlten. Die Selecao übernahm bereits wenige Minute nach Anpfiff das Kommando und suchte, zunächst mit Weitschüssen, den Weg zum Tor.

Doch ob Luis Fabiano (5.), Gilberto Silva (9.), der nach einer Gelb-Rot-Sperre zurückgekehrte Kaká (10.) oder Ramires (15.) - kein Brasilianer zielte genau genug. Ramires und Dani Alves hatte Trainer Dunga für die verletzten Felipe Melo und Elano gebracht, besonders der Esprit des zweimaligen WM-Torschützen Elano wurde vermisst.

Chile verteidigte zäh, hatte in der Vorwärtsbewegung aber kaum etwas zu bieten. Humberto Suazo, bester Schütze in der WM-Qualifikation von Südamerika und bisher verletzungsbedingt nur mit 45 WM-Minuten, war am nächsten dran am Torerfolg. Sein Schüsschen war jedoch sichere Beute von Torwart Julio Cesar (13.).

1:0 nur mit Hilfe der Chilenen

Die Brasilianer hatten Pech, dass Schiedsrichter Howard Webb (England) ihnen einen möglichen Foulelfmeter verweigerte, als Pablo Contreras im Strafraum das rechte Bein von Lucio traf (27.). Der Kapitän der Selecao fiel spektakulär und schrie laut, doch Webb war nicht zu überzeugen. Beim 1:0 benötigte Brasilien keine Hilfe von Webb, wenngleich aber gütige Unterstützung der Chilenen. Bei einer Ecke von Alves standen gleich drei Brasilianer richtig, Juan sprang am höchsten - und der frühere Leverkusener erzielte aus neun Metern per Kopf sein erstes Tor bei dieser Endrunde (34.). "Das war ein wichtiges Tor, weil das Spiel bis dahin noch eng war", sagte Juan. Mit der ersten tollen Kombination des Spiels ließ Brasilien vier Minuten später das 2:0 folgen. Kaká leitete einen Pass von Robinho direkt auf Luis Fabiano weiter. Der Stürmer umkurvte Keeper Claudio Bravo und schob den Ball lässig ins leere Tor. Es war schon sein dritter Treffer in Südafrika.

Jetzt wartet ein härterer Gegner

Auf der Gegenseite vergab Jorge Valdivia Mitte der zweiten Halbzeit die beste Chance für die Mannschaft von Trainer Marcelo Bielsa: Sein 17-Meter-Schuss ging nur knapp übers Tor (67.). Suazo scheiterte an Brasiliens Keeper Julio Cesar (75.) von Champions-League-Sieger Inter Mailand. Bielsa hatte zur Halbzeit reagiert unddie Offensive mit zwei Wechseln gestärkt. Doch die Wende brachte dieser Schachzug auch nicht mehr. In Gary Medel und Waldo Ponce(zweite Gelbe Karte) fehlten dem Coach allerdings die beiden zentralen Figuren der Dreier-Kette.

Im Viertelfinale der Fußball-WM warten am Freitag die Niederlande mit Bayern-Star Arjen Robben auf die Mannschaft von Trainer Carlos Dunga - und die Südamerikaner wissen, dass die Holländer ein härterer Gegner werden. Torschütze Luis Fabiano wollte vom WM-Titel zumindest noch nichts wissen. "Wir haben heute sehr gut gespielt - und nun sind wir auf einem guten Weg. Aber es ist noch ein Stück bis dahin. Das war ein schweres Spiel heute, aber gegen die Holländer wird es noch schwerer", meinte der Angreifer vom FC Sevilla. Robinho stimmte seinem Kollegen zu: "Wir haben besser gespielt als in der Gruppenphase. Wir sind auf dem richtigen Weg, aber wir müssen uns steigern. Dann können wir auch gegen die Niederländer bestehen", sagte der Profi vom Pelé-Verein FC Santos.

SID/DPA / DPA

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