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Fußball-WM in Katar: Netzer zeigt sich verwundert

Verblüfft, aber hoffnungsvoll hat sich Günther Netzer nach der Vergabe der Fußball-WM an den Wüstenstaat Katar gezeigt. Den Fifa-Boss Joseph Blatter nahm der Weltmeister von 1974 in Schutz.

Auch Ex-Nationalspieler Günter Netzer hat die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft mit Verwunderung zur Kenntnis genommen. "Dass die Wahl auf Katar gefallen ist, erstaunt und überrascht mich schon. Nun gut, jetzt wird es eine sehr große Herausforderung für das Emirat, ein WM-Turnier in der Wüste auszurichten, bei vielleicht 50 Grad", sagte der Weltmeister von 1974 in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt. Er sei sich sicher, dass es "gigantisch, einzigartig und neuartig wird".

Netzer glaubt, dass die Organisation und die Stadien perfekt sein werden. "Aber das ganze Drumherum - allein schon das Leben für die vielen Fans, die kommen werden - wird schwierig. Es ist eine komische Vorstellung, dass dort nun eine Weltmeisterschaft stattfindet", sagte Netzer weiter.

Die Korruptionsvorwürfe gegen FIFA-Mitglieder waren laut Günter Netzer nicht "positiv für das Erscheinungsbild des Weltverbandes. So etwas hat immer einen faden Beigeschmack." Dennoch habe die FIFA angemessen reagiert und "Flagge gezeigt". Mitglieder seien suspendiert worden. "Die Anforderungen an den Weltverband sind ja ziemlich eindeutig: es muss dafür gesorgt werden, dass Dinge wie so eine Wahl sauber vonstatten gehen. Es ist mehr als normal, dass zu fordern und zu garantieren."

Günter Netzer ist deshalb auch davon überzeugt, dass der heftig kritisierte FIFA-Boss Joseph S. Blatter seinen Verband noch im Griff habe: "Ja, da gibt es keinen Zweifel. Natürlich läuft nicht immer alles perfekt. Aber wo, oder bei wem läuft schon alles perfekt?"

Äußerst kritisch ging hingegen Bayern Münchens Trainer Louis van Gaal mit der Vergabe der WM an Katar um. "Das ist natürlich unglaublich. Katar ist nicht so groß, hat nicht so viele Einwohner. Es geht aber auch um die Entwicklung. Naja, es sind halt reiche Länder", meinte der Niederländer und fügte an: "Dass es dort so heiß ist und dann auch noch in der Mitte des Tages gespielt werden muss, um die Spiele zu vermarkten, kann nicht wahr sein. Ich denke, dass der Fußball auf dem ersten Platz kommen muss."

SID/DPA / DPA
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