HOME

Stern Logo WM 2010

Fußball-WM in Katar und Russland: Enttäuschung und Frust beim Mitbewerber England

Keine Stadien, keine Stimmung, kein Alkohol: Mit der Vergabe der WM 2022 an den Wüstenstaat Katar betreten der Fußball und seine Millionen Fans in zwölf Jahren absolutes Neuland.

In England sitzt der Schmerz tief nach dem Scheitern bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Sein Land und die USA sollten sich nicht mehr um die Austragung der WM bewerben, solange der Weltfußballverband FIFA das Auswahlverfahren nicht ändere, sagte Andy Anson, der Chef der englischen Bewerbung, am Freitag.

England hatte bei der Abstimmung der 22 FIFA-Exekutivmitglieder am Donnerstag in Zürich lediglich zwei Stimmen erhalten. Am Ende hieß der Sieger Russland. Noch überraschender war der anschließende Entscheid für Katar als Austragungsort für die WM 2022. Bei dieser Abstimmung waren unter anderem die USA unterlegen. Präsident Barack Obama bezeichnete die Entscheidung der FIFA später als "falsch".

Vor allem England hatte nicht zuletzt wegen seiner gelungenen Präsentation, zu der auch Prinz William und David Beckham in die Schweiz gekommen waren, als Favorit gegolten. Das all die Arbeit am Ende nichts gezählt habe, sei schwer zu verdauen, sagte Anson. Er forderte die FIFA auf, für einen erweiterten und transparenteren Entscheidungsprozess zu sorgen. Gegenwärtig stimmen die eigentlich 24 Mitglieder des Exekutivkomitees in geheimer Wahl ab. Am Donnerstag waren es nur 22, da britische Medien gegen zwei Mitglieder kurz zuvor Korruptionsvorwürfe erhoben hatten und diese von der FIFA suspendiert wurden.

FIFA-Präsident Sepp Blatter habe das Exekutivkommittee nur Minuten vor der Abstimmung an das "Übel der Medien" erinnert, sagte Anson. Diese Bemerkung sei "nicht hilfreich" gewesen, sagte der britische Funktionär. "Eure Medien haben euch gekillt", hätten ihm Exekutivmitglieder erklärt.

Für Russland und Katar fand Anson hingegen lobende Worte. Beide seien "beeindruckende Mitbewerber" gewesen.

Graham Dunbar, DAPD / dapd
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity