HOME

Stern Logo WM 2018

WM 2014: Ramadan und WM - wie passt das zusammen?

Im Fastenmonat Ramadan dürfen die Algerier als Muslime erst nach Sonnenuntergang essen und trinken. Anpfiff gegen Deutschland ist aber bereits um 17 Uhr. Auch Özil und Khedira müssen sich entscheiden.

Algeriens Islam Slimani schickt nach seinem Tor gegen Südkorea einen Dank gen Himmel

Algeriens Islam Slimani schickt nach seinem Tor gegen Südkorea einen Dank gen Himmel

Das Fasten im 9. Monat des islamischen Mondkalenders ist eine der fünf Säulen des Islam. Alle Muslime sollen einen Monat zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nicht essen und trinken. Für die Algerier, in deren Heimatland der Islam Staatsreligion ist, könnte das Achtelfinale gegen Deutschland daher kaum ungünstiger liegen. Anpfiff in Porto Alegre ist Montag um 17 Uhr. Essen und trinken dürften die muslimischen Kicker erst wieder pünktlich zum Sonnenuntergang um 17.30 Uhr. In dem nordafrikanischen Land wird der Umgang der Mannschaft mit dem Ramadan bereits heiß diskutiert, wie "Spiegel Online" schreibt.

Auch Stars wie Mesut Özil, Sami Khedira oder Karim Benzema sind muslimischen Glaubens. Während die beiden Spieler der DFB-Elf dem Fasten an Ramadan bereits eine Absage erteilten, um 100 Prozent Leistung geben zu können, äußerte sich der Franzose Benzema bislang nicht. Ebenso ist unklar, wie Neu-Nationalspieler Shkodran Mustafi zum Ramadan steht. Der Belgier Nacer Chadli will das Fasten später nachholen.

Imam soll Aussetzung legitimieren

Und wie sieht es bei den Algeriern aus? Wie die "Bild" mit Berufung auf die Zeitung "Le Quotidien d'Algerie" berichtet, sei ein Imam mit der Mannschaft nach Brasilien gereist. Dieser würde jedem, der es wünscht, die Aussetzung des Ramadans legitimieren. Im Koran steht zudem: Wer sich auf einer Reise befinde, der solle später eine gleiche Anzahl von anderen Tagen fasten. Auch das wäre eine Lösung.

Ratsam wäre es allemal. Angesichts des Flüssigkeitsverlustes von "bis zu sechs Litern" müsse mit einer "großen physiologischen Leistungseinbuße" gerechnet werden, sagte Markus de Marées, Leiter des Bereichs Leistungsphysiologie und Höhenmedizin an der Deutschen Sporthochschule in Köln, wie das "Hamburger Abendblatt" schreibt.

and

Wissenscommunity