Ex-Bundesliga-Star
Xavi Simons – wenn ein Hoffnungsträger eine Horrorsaison spielt

Xavi Simons windet sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen im Molineux-Stadion in Wolverhampton
Am Boden: Xavi Simons windet sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen im Molineux-Stadion in Wolverhampton
© Michael Steele / Getty Images

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Eine Saison zum Vergessen: Der Ex-Leipziger Xavi Simons kam als Hoffnungsträger in die Premier League. Doch den Ausnahmefußballer verfolgt das Pech.

Es war eine dieser fiesen Szenen, wie sie sich an jedem Wochenende auf den Fußballplätzen in aller Welt abspielen: ein Laufduell zwischen zwei Fußballern; ein Fehltritt, den das Knie nicht richtig abfängt; ein Spieler fällt und bleibt mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen liegen. Schließlich kommen die Sanitäter und tragen den Verletzten vom Platz – und alle wissen: Vermutlich wird der Pechvogel lange nicht spielen.

So ist es jetzt dem großartigen Offensivspieler Xavi Simons in der Partie seines Klubs Tottenham Hotspur gegen die Wolverhampton Wanderers passiert. 23 Jahre alt ist der Niederländer und er wird mindestens ein halbes Jahr ausfallen, vermutlich länger. Xavi verpasst die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko, was immer eine große Tragödie für Fußballer ist (und für Oranje selbstverständlich auch), ganz besonders für so einen hochtalentierten Angreifer, der das Potenzial gehabt hätte, ein großes Turnier zu spielen. Es wird Xavi kaum trösten, dass er mit der WM in Katar und der EM in Deutschland bereits zwei große Turniere gespielt hat.

Verzweiflung auf Instagram

Entsprechend klang seine Verzweiflung, die er auf seinem Instagram-Account kundtat: „Man sagt, das Leben kann grausam sein, und heute fühlt es sich genau so an“, ließ Xavi die Welt wissen. „Meine Saison ist jäh zu Ende gegangen und ich versuche gerade, das zu verarbeiten. Ehrlich gesagt bin ich untröstlich. Nichts davon ergibt einen Sinn.“

Für Xavi ist die Spielzeit mit der schweren Verletzung endgültig zu einer Horrorsaison geworden. Die Einordnung in die Kategorie „Horror” ist angemessen, wenn man die vergangenen Monate an den Erwartungen misst, die Tottenham an den Niederländer hatte. Der gebürtige Amsterdamer war als einer der besten Bundesligaspieler nach London gewechselt. Zwei Jahre hatte er für RB Leipzig auf dem Rasen gestanden und sich entwickelte zur tragenden Offensivkraft entwickelt. In seiner ersten Saison für Leipzig waren ihm wettbewerbsübergreifend 25 Scorerpunkte (zehn Tore, 15 Vorlagen) gelungen, in seiner zweiten waren es 19 (elf Tore, acht Vorlagen). Das sind Spitzenwerte.

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Bayerns Trainer Vincent Kompany wollte den jungen Niederländer unbedingt nach München lotsen, doch Patron Uli Hoeneß verweigerte die Zustimmung, weil Kompany auf den eigenen Nachwuchs setzen sollte. So wechselte Xavi für 65 Millionen Euro in die Premier League zu den Tottenham Hotspur. Mit dem Ex-Leipziger sollte die Spurs-Offensive neue Schlagkraft erhalten und der Klub wieder oben mitmischen.

Xavi Simons fehlt die Form aus Leipziger Zeiten

Das ging gehörig schief. Aktuell steht der Heimatverein von Harry Kane auf einem Abstiegsplatz, vier Spieltage vor Schluss ist der Klassenerhalt akut gefährdet. In der Champions League und im FA-Cup ist der Klub schon lange ausgeschieden. Am Wochenende gelang der erste Sieg nach 15 sieglosen Partien. Das entscheidende Tor fiel ausgerechnet, als Xavi schon verletzt raus war. Zuvor in der Saison hatte er zu keinem Zeitpunkt seine Leipziger Form erreicht. Zwei Treffer und fünf Vorlagen in der Premier League, drei Treffer und eine Vorlage in der Champions League stehen für ihn zu Buche. Auffällig war Xavi vor allem, wenn er Großchancen versiebte.

Und es kann sogar noch schlimmer kommen: Denkbar ist, dass Tottenham in die zweite englische Liga absteigt. Es wäre die Totalkatastrophe für Xavi, dessen Karriere sich eigentlich in die entgegengesetzte Richtung entwickeln sollte. Zumal er als Langzeitverletzter in dem Fall nicht problemlos einen neuen Verein finden würde. Ausgeschlossen wäre das aber auch nicht.

Quellen: Kicker“, „Sport Bild“, „Transfermarkt.de

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