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Zielstrebiger Weg zum Tor: Der Nichtabstieg des VfB Stuttgart hat für Gross absolute Priorität

Der Klassenverbleib mit dem VfB Stuttgart genießt für Christian Gross absolute Priorität. "Über allem steht der Nichtabstieg", sagte der neue Trainer des abstiegsbedrohten Fußball- Bundesligisten bei einer von großem Medienrummel begleiteten Pressekonferenz.

Der Klassenverbleib mit dem VfB Stuttgart genießt für Christian Gross absolute Priorität. "Über allem steht der Nichtabstieg", sagte der neue Trainer des abstiegsbedrohten Fußball- Bundesligisten bei einer von großem Medienrummel begleiteten Pressekonferenz. Diesem Ziel muss sich die ganze Mannschaft unterordnen. Daran ließ der als "harter Hund" bekannte Schweizer am Montag keine Zweifel. "Aggressivität, Mut und Cleverness" sind für Gross der Schlüssel zur sportlichen Wende. Zudem setzt er auf einen ausgeprägten Teamgedanken, intensive Kommunikation und einen "zielstrebigen Weg zum Tor".

Schon bei der ersten Bewährungsprobe für Gross sollen die unter dem am Sonntagabend entlassenen Teamchef Markus Babbel seit Wochen schwächelnden Schwaben in der Champions League zu alter Stärke zurückgewinnen. "Wir werden alles daran setzen, zu gewinnen", versprach der Erfolgscoach vor der für den Einzug ins Achtelfinale entscheidenden letzten Gruppenpartie gegen Unirea Urziceni am Mittwochabend (20.45 Uhr/Sky). Nur im Fall eines Sieges zieht Stuttgart noch an den Rumänen vorbei und in den erlauchten Kreis der 16 besten europäischen Teams in der Königsklasse ein.

Allerdings ist der Einsatz der verletzten Stammspieler Zdravko Kuzmanovic (Muskelfaserriss), Arthur Boka (Schulter) und Cacau (Adduktoren) fraglich. Thomas Hitzlsperger (Muskelfaserriss) und Sami Khedira (Aufbautraining) fallen gegen Urziceni definitiv aus.

Trotz dieser Personalsorgen und der prekären Situation des Bundesliga-16. geht Gross diese "ganz schwierige Aufgabe" zuversichtlich an. Gelingt es dem 55 Jahre alten etwas bullig wirkenden Glatzkopf, seine Souveränität, Selbstsicherheit und sein Selbstbewusstsein auf seine neuen Schützlinge schnell zu übertragen, sollte der angestrebte Sprung aus der Abstiegszone sogar noch vor der Winterpause möglich sein. "Ich bin ein positiver Mensch und habe unheimlich viel Freude am Leben", charakterisierte sich Gross selbst. "Ich bin sehr leistungs- und zielorientiert und sehr direkt. Grauzonen sind mir ein Gräuel."

Das Schweizer Boulevardblatt "Blick" hatte den Eidgenossen als "Mischung aus Motivationskünstler und Diktator" beschrieben. Nach seinem klar bestimmten, aber durchaus sympathischen Auftritt in Stuttgart scheint diese Einstufung aber etwas zu plakativ zu sein. "Ich habe auch menschliche Züge", versicherte Gross. Dass der ausgeprägte Erfolgsmensch auch einen ausgeprägten Hang zum Genuss hat, zeigen seine Vorlieben. "Ich ess' allerdings nicht alles, manches ist zu fett", sagte der Spanien- und Rotwein-Liebhaber.

Nach zehn Jahren beim FC Basel mit vier Meistertiteln, vier Pokalsiegen und zwei Qualifikationen für die Champions League sieht sich der ehemalige Bundesligaprofi des VfL Bochum (vier Tore bei 29 Einsätzen) reif für den ersten Trainereinsatz in Deutschlands Top- Klasse: "Das Angebot kam zum richtigen Zeitpunkt." Und sollte Gross im "Ländle" so erfolgreich wie einst Helmut Benthaus sein, wäre dies zweifelsohne ein i-Tüpfelchen auf seiner Karriere als Coach. Sein Landsmann und "Vorbild in Basel" wurde mit dem VfB 1984 deutscher Meister.

DPA / DPA

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