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Zoff bei Bayern München: Beleidigte Leberwurst Demichelis stört Bayern-Freude

Der Ball ist bunt: Der argentinische Nationalspieler Martin Demichelis wollte zum Saisonauftakt der Fußball-Bundesliga nicht auf die Ersatzbank und spricht von Trennung. Die Bayern-Bosse zeigen sich alarmiert.

Martin Demichelis, Abwehrspieler von Bayern München und nach Einschätzung von Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge ein "stolzer Argentinier", ist gern mal für Überraschungen gut. Meist auf dem Platz, wenn er einen seiner regelmäßigen Aussetzer hat und die gegnerischen Stürmer durch einen Fehler zum Torschuss einlädt. Seit Freitag nun aber auch außerhalb des Platzes. Bayern-Trainer Louis van Gaal wollte ihn nicht aufstellen, weil er nicht fit sei. Demichelis weigerte sich daraufhin, sich auf die Ersatzbank zu setzen. So strich ihn der Trainer aus dem Kader für das Eröffnungsspiel der Bundesligasaison 2010/2011, das Bayern gestern Abend 2:1 gegen Wolfsburg gewann.

Der Zoff stört nun die Harmonie bei den Bayern. Denn der "stolze" Argentinier, Nationalspieler seines Landes und verdienter Bayern-Profi seit vielen Jahren, war schwer aufgebracht. In der "Bild"-Zeitung sprach der 29-Jährige gar von Abschied: "Die Wahrheit ist, dass ein Zyklus zu Ende geht und es für beide Seiten besser ist, wenn wir getrennte Wege gehen." Angeblich hat es schon ein Gespräch gegeben.

Demichelis wird dringend gebraucht

Davon wollen die Bayern-Bosse nichts wissen. "Wir tun gut daran, die bewährten Kräfte bei uns im Hause zu halten", sagte Rummenigge. Demichelis, das macht die Position für ihn angenehm, wird dringend gebraucht. "Wenn Demichelis geht, hätte ich ein Problem, weil ich dann keinen Ersatz für van Buyten habe", sagte Trainer van Gaal. Ersatzmann Breno ist verletzt. In Frage käme sonst nur der 24-jährige Kapitän der 2. Mannschaft, Maximilian Haas. Oder ein Transfer, der noch bis Ende August möglich wäre.

Am Samstag erschien Demichelis dann beim Training - und Rummenigge stellte klar: "Er hat noch einen Vertrag bis 2012. Er wird bleiben." Die Mitspieler zeigten sich regelrecht fürsorglich. Bastian Schweinsteiger sagte: "Er ist ein sehr temperamentvoller Spieler." Kapitän Mark van Bommel kündigte ein Gespräch mit Demichelis an und sagte: "Wir müssen vorsichtig sein, dass wir jetzt nicht einen Spieler rasieren."

Van Bommel weiß, wie er mit Demichelis umgehen muss, schließlich hat er mit Gesprächen mit dem sturen Verteidiger Erfahrung. Der Niederländer war auch eingeschritten, als sich Demichelis im März 2008 unter Trainer Ottmar Hitzfeld geweigert hatte, den ihm zugedachten Job im Mittelfeld zu übernehmen. "Das hat mich einige Stunden gekostet", sagte van Bommel gequält schmunzelnd. Demichelis machte damals einen Rückzieher und erklärte in einer ebenso spontan wie eigenmächtig einberufenen Pressekonferenz seine Liebe zum Klub.

tho/DPA/SID / DPA

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