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Leichtathletik-EM Konstanze Klosterhalfen stürmt zu EM-Gold über 5000 Meter – Mihambos Gold-Serie gerissen

Konstanze Klosterhalfen mit der Deutschland-Flagge
"Ich habe keine Worte": Konstanze Klosterhalfen auf der Ehrenrunde nach ihrem EM-Gold über 5000 Meter
© Alexander Hassenstein / Getty Images
Überraschend ist Langstreckenläuferin Konstanze Klosterhalfen über 5000 Meter zu EM-Gold gerannt. Zunächst sollte sie nach ihrem vierten Platz über 10.000 Meter gar nicht starten, doch die 25-Jährige suchte ihre Chance – und gewann.

Die deutsche Rekordlerin Konstanze Klosterhalfen hat völlig überraschend den Titel über 5000 Meter bei der Leichtathletik-EM in München gewonnen. In 14:34,20 Minuten endete der Triumph-Lauf der 25 Jahre alte Weltmeisterschaftsdritten von 2019 am Donnerstag. "Das ist der schönste Moment in meinem Leben", sagte Klosterhalfen. Über 10.000 Meter hatte die Leverkusenerin drei Tage zuvor als Vierte Edelmetall verpasst. Es war der erste Doppelstart ihrer Karriere bei einem großen Titelkampf.

Auf den zwölften Platz kam Sara Benfares aus Rehlingen. Die Berlinerin Alina Reh musste aufgeben. Die türkische 10.000-Meter-Europameisterin Yasemin Can wurde Zweite in 14:56,91 Minuten vor der Britin Eilish McColgan (14:59,34).

Konstanze Klosterhalfen: Triumph nach Corona-Schwäche

Klosterhalfen hatte bei der WM in Eugene in ihrer Wahlheimat geschwächt durch die Folgen einer Corona-Infektion das Finale über 5000 Meter verpasst. Die Ausnahmeläuferin hatte sich schon diesen Auftritt "anders vorgestellt". Schließlich zeigte sie nach der WM beim Diamond-League-Meeting in Chorzow/Polen wieder eine gute Laufleistung und war Siebte über 3000 Meter geworden. "Rein vom Gefühl war das ein deutlicher Unterschied zu Eugene, denn ich habe gespürt, dass ich wieder konkurrenzfähig bin", meinte sie und freute sich, "wieder zu meinem eigenen Renngefühl" zurückgekommen zu sein.

Zunächst sollte Klosterhalfen nach ihrem vierten Platz am Montagabend über 10.000 Meter gar nicht starten. Doch die 25-Jährige wollte unbedingt noch einmal vor dem Münchner Publikum laufen, berichtete sie nach dem Rennen. Die Zuschauer hätten sie letztlich zu ihrem ersten internationalen Titel getragen. "Ich habe keine Worte", sagte sie lachend in die ARD-Mikrofone.

Trotz 7,03 Meter: Malaika Mihambos Gold-Serie gerissen

Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo hat die Winzigkeit von drei Zentimetern auf den nächsten Titel gefehlt. Die 28-Jährige landete in einem spannenden EM-Wettkampf mit 7,03 Metern auf dem zweiten Platz. Vor dreieinhalb Wochen hatte Mihambo noch ihren WM-Titel erfolgreich verteidigt, bei den Europameisterschaften glückte das nicht. Der Sieg ging an die Olympia-Dritte Ivana Vuleta aus Serbien, die gleich im ersten Versuch 7,06 Meter gesprungen war. Dritte wurde die Britin Jazmin Sawyers. Für Mihambo endet auch ohne Titel eine herausfordernde Zeit erfolgreich. Ihr Start bei der EM war nach einer Corona-Infektion zwischenzeitlich offen gewesen.

Münchner Potye gewinnt überraschend Silber im EM-Hochsprung

Die dritte Medaille für die deutschen Leichtathleten am Donnerstagabend holte der Münchner Hochspringer Tobias Potye. Er gewann in seiner Heimatstadt überraschend die Silbermedaille. Der 27-Jährige musste sich nach überquerten 2,27 Metern nur dem italienischem Olympiasieger Gianmarco Tamberi geschlagen geben. Für ihn standen 2,30 Meter zu Buche. Dritter wurde der ukrainische WM-Dritte Andrij Protsenko mit ebenfalls 2,27 Metern. Der Dresdner Jonas Wagner scheiterte an der Anfangshöhe von 2,18 Meter.

dho DPA

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