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Alberto Salazar: Nike Oregon-Chefcoach: Er gilt als Guru der Leichtathletik – jetzt wurde er wegen Dopings gesperrt

Leichtathletik-Trainer Alberto Salazar – seines Zeichens Wundertrainer und Mastermind hinter dem umstrittenen Nike Orgeon-Project – ist von der US-Anti-Doping Agentur gesperrt worden. Auch eine deutsche Leichtathletin wird dadurch in ein schlechtes Licht gerückt.

Leichtathletik Coach Alberto Salazar

Der umstrittene Leichtathletik-Coach Alberto Salazar ist von der US-Anti-Doping-Agentur für vier Jahre gesperrt worden

DPA

Der umstrittene Leichtathletik-Coach Alberto Salazar ist wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Regeln für vier Jahre gesperrt worden. Das teilte die amerikanische Anti-Doping-Agentur (Usada) mit. Salazar ist der Chefcoach des Nike Oregon Projects, dem auch die deutsche WM-Hoffnung Konstanze Klosterhalfen seit dem vergangenen Jahr angehört. Die Mittel- und Langstrecklerin trainiert nach eigenen Angaben aber nicht bei Salazar, sondern bei Pete Julian. Zudem wurde der Mediziner Jeffrey Brown für ebenfalls vier Jahre gesperrt.

Untersuchungen gegen Salazar dauerten vier Jahre

Die Entscheidung ist das Ergebnis vierjähriger Untersuchungen der Usada. Zu Salazars Schützlingen gehört unter anderem der viermalige britische Olympiasieger Mo Farah. Die Anti-Doping-Agentur lobte bei der Verkündung der Sperre insbesondere die Mitarbeit von Sportlern, ohne jedoch deren Identität preiszugeben. "Sie hatten die Courage, auszupacken und die Wahrheit zu enthüllen", sagte Usada-Chef Travis Tygart. Salazar und Brown hätten bei ihrer Arbeit für das Nike Oregon Project demonstriert, dass Gewinnen wichtiger war als die Gesundheit und das Wohlergehen der Athleten, so Tygart weiter.

Die Hauptvorwürfe der Behörde gegen Salazar sind: Anwendung von verbotenen Infusionen, Besitz und illegaler Handel mit Testosteron und die Vertuschung von Daten im Zusammenhang mit Doping-Kontrollen.

Salazar reagiert mit einem Statement auf der Homepage des Projekts auf die Entscheidung. Er sei geschockt, schrieb er. "Das Oregon Project hat und wird Doping nie erlauben." Er werde gegen die Entscheidung in Berufung gehen, kündigte der 61-jährige Amerikaner an.

Deutsche Medaillenhoffnung Klosterhalfen tritt über 5000 Meter an

Die deutsche Langstreckenläuferin Konstanze Klosterhalfen trainiert seit April im Nike Oregon Projekt, einer zwölfköpfigen internationalen Elitelaufgruppe, deren Mitglieder mit maximalem finanziellen Aufwand auf künftige Olympiasieger gedrillt werden. Zuletzt hatte sie mit gewaltigen Leistungssteigerungen für Schlagzeilen gesorg wie etwas Ende Juli, als die den deutschen Rekord über 3000 Meter um 10 Sekunden verbesserte. Nur wenig Tage später pulverisierte sie auch die deutsche Bestleistung über 5000 Meter um gleich 15 Sekunden.

Bei der Leichtahtletik-WM in Doha hat sich Klosterhalfen nach Informationen der DPA für einen Start über 5000 Meter entschieden. Bis zuletzt hatte sie sich offen gelassen, ob sie über 1500 Meter oder auf der längeren Distanz antritt. Demnach müsste Klosterhalfen am Mittwoch im Vorlauf ran, das Finale über 5000 Meter ist am Samstag (20.25 Uhr).

Deutscher Verband hält sich mit Bewertung zurück

Unterdessen sieht der Deutsche Leichtathletik-Verband keinen Handlungsbedarf für seine Spitzenläuferin Klosterhalfen. "Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir noch zu wenige Informationen, um die Suspendierung von Alberto Salazar einordnen zu können", sagte DLV-Präsident Jürgen Kessing in einer Mitteilung.

"Konstanze ist eine mündige Athletin", so Kessing weiter. Schon im Vorfeld der WM in Doha hat sie sich mehrfach zu kritischen Fragen positioniert und dabei verdeutlicht, dass sie dem deutschen und internationalen Anti-Doping-Kontrollsystem unterliegt. "Trotz intensiver Kontrollen gab es bei ihr keine Beanstandungen und sie lehnt jede unerlaubte Methode ab."

kng / DPA

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