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DOSB-Entscheidung zur Olympiabewerbung: Hamburg hatte nur eine Stimme mehr als Berlin

Die Vorentscheidung zur deutschen Olympia-Bewerbung ist gefallen - doch das Votum war knapper als angenommen. Haushochüberlegen war Hamburg gegenüber auf jeden Fall nicht.

Hamburg bekam bei der Wahl durch das zehnköpfige DOSB-Präsidium nur eine Stimme mehr als die Hauptstadt

Hamburg bekam bei der Wahl durch das zehnköpfige DOSB-Präsidium nur eine Stimme mehr als die Hauptstadt

Hamburg geht in das Rennen um die Olympischen Spiele im Jahr 2024 – doch die Entscheidung des Präsidiums des Deutschen Olympischen Sportbundes war äußerst knapp. Die Hansestadt hatte offenbar nur eine Stimme Vorsprung vor Berlin. Das Ergebnis soll mit 4:3 für Hamburg ausgefallen sein, berichten die "Bild"-Zeitung und die Berliner Tageszeitung "B.Z.".

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte sich demzufolge enthalten. Zwei weitere Mitglieder hatten bereits zuvor geäußert, sich nicht zu beteiligen. Hörmann nannte die Entscheidung "einmütig".

Die Auswahl von Hamburg ist bislang lediglich eine Empfehlung. Theoretisch kann die DOSB-Mitgliederversammlung diese am Samstag in der Frankfurter Paulskirche noch kippen. Doch die Sportfachverbände haben sich bei ihrer internen Abstimmung bereits klar positioniert haben - mit 18:11 Stimmen für Hamburg.

Boston ist der Favorit

Im September folgt nun eine Bürgerabstimmung in Hamburg. Der DOSB will nach dem Debakel mit München und den Winterspielen nur mit einem "Ja" der Bürger ins internationale Rennen gehen. Bei einer Forsa-Umfrage hatten sich 64 Prozent der Bevölkerung für Hamburg ausgesprochen. Die Zustimmung in der Hansestadt ist zuletzt gestiegen.

Doch Vorsicht ist geboten: Bei der Münchner Bewerbung für die Winterspiele 2022 war bei Umfragen die Zustimmung auch stets über 50 Prozent, am Wahltag setzten sich aber die Olympia-Gegner durch, die offensichtlich ihre Anhänger besser mobilisieren konnten. Deshalb kündigte DOSB-Präsident Alfons Hörmann an, dass man in ständigem Dialog mit den Bürgern und der Öffentlichkeit bleiben werde.

Doch auch wenn Hamburg sich bewirbt, ist unklar, ob die Hansestadt auf der IOC-Session 2017 zur Olympia-Stadt gekürt wird. Denn als Favorit gilt Boston, Rom ist auch ein ernsthafter Kandidat. Dazu will Paris einsteigen. Die französische Hauptstadt hatte bei der Bewerbung für 2012 knapp gegen London verloren und will 2024 exakt nach 100 Jahren wieder das Sommer-Spektakel ausrichten. Auch Budapest, Istanbul, Doha, Baku und Melbourne oder Brisbane sind im Gespräch.

Schwierig ist für Hamburg vor allem aber die Konstellation, dass Deutschland 2024 wohl den Zuschlag für die Fußball-EM erhalten wird. Zwei Großereignisse innerhalb weniger Monate scheinen eher unwahrscheinlich.

mka/DPA / DPA

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