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Olympia in Berlin oder Hamburg: Wie groß ist Deutschlands Chance auf die Spiele?

Hamburg oder Berlin? Entschieden wir an diesem Montag nur, welche Stadt Deutschland als Bewerber für Olympia 2024 ins Rennen schickt. Ob es wirklich dazu kommt, hängt von etlichen Faktoren ab.

Werden die Olympischen Ringe in Deutschland leuchten? Nach einem Votum für Berlin oder Hamburg folgen die internationalen Gremien. Die Konkurrenz ist groß.

Werden die Olympischen Ringe in Deutschland leuchten? Nach einem Votum für Berlin oder Hamburg folgen die internationalen Gremien. Die Konkurrenz ist groß.

Seit Monaten kämpfen Berlin und Hamburg um die deutsche Kandidatur für die Olympischen Spiele 2024. Doch bis der Gewinner endgültig feststeht, gibt es noch viele Hürden: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat das Zepter in der Hand. Am Abend gibt das Präsidium seinen Vorschlag bekannt, welche der beiden Städte als Kandidat ins internationale Rennen gehen soll. Das letzte Wort werden am Ende die Bürger der Bewerberstadt haben - ein Fiasko wie zuletzt bei der am Votum der Bürger gescheiterten Bewerbung von München um die Winterspiele 2022 wollte der DOSB bei der Wahl von Anfang an vermeiden. Doch auch wenn die Menschen für Olympia stimmen, ist es noch ein weiter Weg, bis die Spiele nach Deutschland kommen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:

Ist die Empfehlung des DOSB-Präsidiums über den deutschen Olympia-Bewerber schon eine finale Entscheidung?
Nein, die Empfehlung ist noch nicht der Abschluss der Bewerbersuche. Am 21. März erfolgt die offizielle Kandidatenkür auf einer DOSB-Mitgliederversammlung in der Frankfurter Paulskirche. Wie es heißt, hat das Präsidium ein Beschluss gefasst, dass die Empfehlung bindend sein soll; in jedem Fall ist jedoch davon auszugehen, dass die Mitglieder dem Präsidiumsvorschlag folgen. Das finale Votum geben dann im Herbst die Bürger der Gewinner-Stadt bei einer Volksbefragung ab.

Warum sollen die Bürger das letzte Wort haben?
Nach dem Scheitern mit München, wo die Bevölkerung die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2022 zu Fall brachte, will der DOSB bei der Wahl des Kandidaten für die Sommerspiele 2024 auf Nummer sicher gehen. Damals hatten in München, Garmisch-Partenkirchen sowie in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgaden jeweils die Olympia-Gegner gewonnen. Es war ein Fiasko für den Sportbund. Nun sollen alle Beteiligte mitgenommen werden; Olympia ohne Rückendeckung der Bevölkerung ist praktisch nicht möglich.

Wie begründen die Gegner ihre Kritik am Olympia-Projekt?
Hauptargumente der Olympia-Opposition in beiden Städten sind die aus ihrer Sicht ungeklärten Kosten in Milliardenhöhe. Der Bau von Kitas, bezahlbaren Wohnungen oder Anlagen für den Breitensport hätten Vorrang, betonten linke Gruppen und Umweltorganisationen bei der Gründung des Berliner Bündnisses NOlympia. Auch in Hamburg fürchten Gegner eine Kostenexplosion wegen des "Prestigeobjektes".

Wie geht es bei einer Zustimmung der Bürger weiter?
Bis zum 15. September muss die deutsche Kandidatur für die Ausrichtung der Olympischen Spiele beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell angemeldet werden. Im Frühjahr 2016 wählt das IOC-Exekutivkomitee dann die Kandidatenstädte aus. Zum Jahresbeginn 2017 müssen alle Kandidatenstädte die Bewerbungsunterlagen beim IOC einreichen. Der Ausrichter der Spiele wird im Sommer 2017 auf der Session in Perus Hauptstadt Lima gewählt.

Wer sind die anderen Bewerber um Olympia 2024?
Boston und Rom stehen als Bewerber für das Großereignis in neun Jahren bereits offiziell fest. Auch die Kandidatur von Paris gilt als ziemlich sicher. Bis Juni soll entschieden sein, ob sich die französische Hauptstadt bewerben wird. Möglicherweise steigen auch Budapest, Istanbul, Doha, Baku und eine australische Stadt ins Rennen ein - voraussichtlich Melbourne oder Brisbane

Wie sind die Chancen einer deutschen Olympia-Bewerbung?
DOSB-Präsident Alfons Hörmann ist überzeugt, dass die Städte Berlin und Hamburg mit ihren Konzepten eine Siegchance haben. Fachleute räumen aber vor allem Olympia-Mitbewerber Boston eine Favoritenrolle ein. Ein weiteres Hindernis sehen manche in der Tatsache, dass die Vergabe der Fußball-EM 2024 nach Deutschland als so gut wie sicher gilt. Die Aussicht auf ein Doppel-Sportspektakel sehen manche als Hindernis für die Olympia-Vergabe nach Deutschland.

Was passiert, wenn Deutschland vom IOC nicht zum Gastgeber der Spiele 2024 gekürt wird?
Im Falle eines Scheiterns für 2024 hat der DOSB eine erneute Bewerbung mit der gleichen Stadt für die Spiele 2028 avisiert.

dho/DPA / DPA

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