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Sportfunktionär Prokop: "Athleten sind keine Freiheitskämpfer"

Öffnen die Olympischen Spiele das Riesenreich China? Sollen Athleten in Peking ihre Meinung sagen dürfen? Im Interview mit stern.de sagt Clemens Prokop, Präsident der deutschen Leichtathleten, warum er dem Land eine Chance gibt - aber auch, warum er mit unsauberen Spielen rechnet.

Herr Prokop, haben Sie Angst, nicht nach China einreisen zu dürfen, wenn Sie sich in diesem Interview kritisch äußern?

Nein, diese Angst habe ich nicht. Bisher haben mich die Chinesen immer einreisen lassen, dabei habe ich mich in der Vergangenheit immer wieder kritisch geäußert. Ich glaube, die chinesische Regierung hat ein großes Interesse daran, dass weltweit ein Bild transportiert wird, das China als guten Gastgeber zeigt.

Verhaftungen von Regimekritikern im Vorfeld lassen das anders erscheinen. Ist das Experiment gescheitert, China mittels der Olympischen Spiele zu öffnen, vielleicht sogar Freiheiten zu erweitern?

Zunächst muss man feststellen, welche politischen Ziele China mit den Olympischen Spielen nach innen und nach außen verfolgt. Nach außen hin will das Land demonstrieren, dass es die neue Macht in Asien ist. Wirtschaftlich will es das enorme Wachstumspotential demonstrieren. Es gibt aber auch eine Absicht nach innen, nämlich diesen Vielvölkerstaat, den zunächst einmal wenig verbindet, durch ein Ereignis wie die Olympischen Spiele weiter zusammen wachsen zu lassen. Maßnahmen wie die Einschränkung der Pressefreiheit oder Verhaftungen von Kritikern sind mit dem Geist der Olympischen Spiele nicht ein Einklang zu bringen. Dass China Angst um Imageschäden hat, belegt auch, dass die Einschränkungen zum Beispiel des Internetzugangs für Journalisten wieder zurückgenommen wurden. Das beweist, dass die Proteste nicht ungehört verhallen.

Aber das ist nur teilweise geschehen. Die Seiten der englischen BBC etwa sind wieder zugänglich, kritische Seiten zum Tibet-Konflikt nicht. Wie bewerten sie, angesichts dieser Einschränkungen, die Vergabe der Spiele an China?

Ich bin natürlich auf Angaben Dritter angewiesen und kenne die Gegebenheiten vor Ort auch nur aus den Medien. Aber wenn man sich ansieht, woher China kommt und welche Geschichte dieses Land hat, bin ich überzeugt davon, dass es sich hin zu mehr Freiheitsrechten verändert hat. Man muss diese Spiele auch als Experiment ansehen, durchaus auch als politisches Zeichen. Die Aufgabe von demokratischen Sportnationen wie der Deutschen kann darin bestehen, als Vorbild nach China zu reisen. Das wird sich nicht unbedingt im Medaillen-Spiegel ausdrücken, aber wenn die westlichen Nationen signalisieren, dass Freiheit bedeutet, die Meinung des Anderen gelten zu lassen, ist viel erreicht.

Wie denken Sie darüber, dass Bundespräsident Horst Köhler und Kanzlerin Angela Merkel nicht an den Eröffnungs-Feierlichkeiten teilnehmen werden?

Ich bin mir nach den bekannten Verlautbarungen nicht sicher, ob es sich tatsächlich um ein politisches Zeichen handelt oder ob einfach anderweitige Termine der Grund sind. Ich kann jedenfalls nicht erkennen, dass Merkel oder Köhler ein politisches Zeichen setzen wollen.

Diskutiert wurde im Vorfeld, ob die Sportler politische Zeichen setzen dürfen. Was denken Sie?

Sportler sind mündige Bürger, und von solchen erwarte ich, dass sie eigene Meinungen haben. Im Umkehrschluss muss aber nicht jeder Sportler zum Freiheitskämpfer werden. Dennoch muss jeder Sportler das Recht darauf haben, seine Meinung zu äußern. Alles andere widerspricht der Olympischen Idee.

Was denken Sie dann zum Beispiel über den Tibet-Konflikt?

Auch hier bin ich kein Experte, aber wenn man die Bilder sieht, erkennt man eindeutig, dass mit Gewalt ein Volk unterdrückt wird. Rechtlich gesehen war der Überfall Chinas auf Tibet völkerrechtswidrig. Andererseits bin ich nicht der Meinung, dass der Dalai Lama als Staatsoberhaupt geeignet ist. Ich sehe es immer skeptisch, wenn geistliche Führer auch staatliche Führer sind. Religionen sind von ihrer Struktur her dogmatisch, und Dogmen sollten in der Politik nichts zu suchen haben. Aber dennoch ist Gewalt immer ein falsches Mittel, um Konflikte zu lösen. Hier hat China viel zu wenig Schritte in eine demokratische Richtung getan.

Apropos zu wenig unternommen: Kürzlich endete die Tour de France, wieder gab es Doping-Fälle. Werden das saubere Spiele?

Nein. Das werden keine sauberen Spiele. Doch auch hier muss man fragen: Wann gab es eigentlich wirklich saubere Spiele? Hochkonjunktur hatte das Doping in den 70er und 80er Jahren. Man kann das an den einzelnen Sportarten gut ablesen: Wer heute bei den Kugelstoßerinnen in Peking an den Start geht, hätte 1972 in München wahrscheinlich nicht einmal die Qualifikation geschafft. Seither wurde viel unternommen, aber immer noch zu wenig. Es kann zum Beispiel nicht sein, dass nicht jeder Sportler getestet wird. Das IOC als wirtschaftliche Macht müsste gerade in den Trainingsphasen testen, wo Doping am häufigsten betrieben wird. Saubere Spiele werden das aber mit Sicherheit nicht. Das liegt auch daran, dass die Methoden des Dopings immer ausgefeilter werden. Designer-Steroide kann man zum Teil gar nicht nachweisen.

Gerade autokratische Länder haben da wohl einen Vorsprung. Wie hoch sind da überhaupt die Chancen auf viele Medaillen der Deutschen?

Ich bin der Meinung, man sollte aufhören mit dem reinen Medaillen zählen. Ich wünsche mir, dass jeder unserer Sportler in den Bereich seiner Bestleistungen kommt. Gerade undemokratische Länder haben natürlich immer noch einen großen Vorsprung, was die Talentsichtung und dann die Ausbildung in Kaderschmieden anbelangt. Aber das widerspricht dem Olympischen Geist diametral. Wir müssen uns klar darüber sein, dass wir nicht Superman und Superwoman nach Peking schicken.

Haben Sie die Hoffnung aufgegeben?

Im Gegenteil. Ich wünsche mir, dass aus der Atmosphäre heraus Überraschungscoups gelingen wie einst Ulrike Meyfarth oder Frank Busemann. Das hat viel mehr positive Auswirkungen auf den Sport als das reine Medaillen zählen.

Verraten Sie uns, wer die Deutsche Fahne trägt?

Das wird vor Ort entschieden, das kann ich Ihnen wirklich nicht sagen. Aber es wird sicher wieder ein schönes Gefühl werden, wenn die Deutsche Fahne in das Stadion getragen wird und hinter ihr viele Athleten gehen, die Olympia ernst nehmen. Denn die Idee, die dahinter steht, ist eine Welt zu zeigen, wie sie ohne Gewalt aussehen könnte.

Interview: Christian Eckl

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(