Liebestanz in Vancouver Deutsches Eislaufpaar will auf den Olymp


Zur Filmmusik von "Jenseits von Afrika" wollen Aljona Savchenko und Robin Szolkowy die Eiskunstlauf-Welt vollends erobern und als erstes deutsches Paar seit Ria und Paul Falk 1952 auf den Olymp.

Zur Filmmusik von "Jenseits von Afrika" wollen Aljona Savchenko und Robin Szolkowy die Eiskunstlauf-Welt vollends erobern und als erstes deutsches Paar seit Ria und Paul Falk 1952 auf den Olymp. "Sie sind nervenstark, technisch sehr gut, sie haben eines der schwierigsten Programme - und sind meiner Meinung nach diejenigen, die am besten eine Liebesstory aufs Eis zaubern können", sagte ihr Trainer Ingo Steuer vor dem Kurzprogramm der zweifachen Weltmeister und dreifachen Europameister am Montag (01.30 Uhr MEZ) und der Kür am Dienstag (02.00 Uhr MEZ).

Mitten in der Saison hatte das Trio noch seine Kür umgeworfen, nachdem es mit der von Star-Geiger André Rieu komponierten Version des Fußball-Kultsongs "You'll never walk alone" nicht zurechtgekommen war. "Das war wahrscheinlich 'ne Nummer zu groß", räumte der 43- Jährige ein. Vom neuen Programm ist er voll überzeugt: "Den Liebestanz sind sie in Schaulaufen sehr gut gelaufen. Das ist das, was sie am besten können", sagte Steuer.

Dabei sind die gebürtige Ukrainerin Savchenko (26) und Szolkowy (30), Sohn eines Arztes aus Tansania und einer Deutschen, privat kein Paar. "Das hat nichts mit dem Leben da draußen zu tun", erklärte Steuer. "Aber sie sind genauso gute Schauspieler wie die im Fernsehen und sie verzaubern die Leute."

Mit Argusaugen haben die Konkurrenten den Programmwechsel verfolgt. Auch beim Training im Pacific Coliseum stehen die beiden Chemnitzer unter ständiger Beobachtung - vor allem von den Chinesen: Die wieder erstarkten Ex-Weltmeister Shen Xue/Zhao Hongbo gelten als größte Rivalen der Deutschen. "Ich habe immer den Eindruck, dass alles von uns aufgenommen und ausgewertet wird", sagte der Coach über die asiatischen Spione mit den Videokameras und erklärte. "Sie beobachten uns mehr als wir sie." Aber auch die Russen Kawaguchi und Alexander Smirnow, die Savchenko/Szolkowy bei der EM im Januar in Tallinn entthront hatten, und Maria Mukhortowa/Maxim Trankow gelten als große Rivalen.

"Jedes der chinesischen oder russischen Paare ist in der Lage, uns zu schlagen", sagte Steuer, der 1997 mit Mandy Wötzel Weltmeister war. "Wichtig ist, dass wir keine Fehler machen. Denn wenn wir Fehler machen, sind wir angreifbar." Der überaus ehrgeizige Coach machte keinen Hehl daraus, dass der Olympiasieg das einzige Ziel ist: "Alles andere wäre eine Enttäuschung." Ob Savchenko/Szolkowy nach Vancouver und der WM im März in Turin noch ein Jahr an ihre Karriere dranhängen, wollen sie erst nach der Saison bekanntgeben: "Wir machen hier erstmal unser Ding", erklärte Steuer.

Ulrike John, DPA DPA

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