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Skandalurteil beim Boxen: Verband suspendiert Olympia-Ringrichter

Sechs Mal lag der Boxer Magomed Abdulhamidov am Boden, trotzdem sprach der Kampfrichter ihm den Sieg zu. Das sorgte für Unverständnis. Der Boxweltverband reagierte schnell und rigoros.

Der Boxweltverband AIBA hat bei den Olympischen Spielen hart durchgegriffen. Der turkmenische Ringrichter Ischanguli Meretnijasow ist aus dem Boxturnier ausgeschlossen worden, der deutsche Unparteiische Frank Scharmach aus Berlin muss bis zum 7. August aussetzen. Zudem wurde der Technische Delegierte der AIBA, der Aserbaidschaner Aghajan Abiyev, nach Hause geschickt.

Auslöser der Sanktionen waren ein Fehlurteil sowie eine umstrittene Entscheidung am Vorabend. Im Bantamgewichtskampf gegen den Japaner Satoshi Shimizu hatte der Ringrichter Meretnijasow den Aserbaidschaner Magomed Abdulhamidov zum Punktsieger (22:17) erklärt, obwohl dieser in der dritten Runde sechs Niederschläge hinnehmen musste. Die AIBA korrigierte tags darauf das Urteil und erklärte den Japaner zum Sieger. Der aserbaidschanische Funktionär sei ausgeschlossen worden, weil er gegen den Führungscode verstoßen habe, hieß es.

Scharmach disqualifiziert Boxer - zu Unrecht

Scharmach hatte dem Iraner Ali Mazaheri im Achtelfinalkampf des Schwergewichts gegen den Kubaner Jose Larduet drei Verwarnungen erteilt, wodurch dieser disqualifiziert wurde. Dagegen protestierte die iranische Teamführung. Nach dem Videostudium entschied die AIBA, den Deutschen für fünf Tage zu suspendieren. Danach darf er wieder eingesetzt werden. Der Deutsche Boxsport-Verband stehe hinter der Entscheidung, sagte Sportdirektor Michael Müller.

"Ich bedauere zutiefst, dass wir diese Entscheidungen treffen mussten. Aber unser Hauptanliegen muss immer der Schutz der Fairness in den Wettbewerben sein", sagte AIBA-Präsident Wu Ching-Kuo.

csa/DPA / DPA
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