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Olympia 2012: Hohe Erwartungen an Hockey-Teams

Die deutschen Hockey-Teams zählen bei Olympischen Spielen stets zu den Edelmetall-Anwärtern. Während die Herren als Olympiasieger von 2008 erneut um Gold kämpfen wollen, heißt das Ziel der Damen zunächst Halbfinale.

Die deutschen Hockey-Asse wollen in London ihrem Ruf als Edelmetall-Garanten wieder alle Ehre erweisen. Die mit der Optimalförderung durch den Bund verbundene Zielvereinbarung für das Olympia-Turnier lautet klipp und klar: Zwei Medaillen, davon eine in Gold. "Dank der frühen Olympia-Qualifikation waren wir in der Lage, beide Teams extrem gut auf die Olympischen Spiele vorzubereiten. Wir wollen auch in London wieder um die Medaillen mitspielen", kündigte DHB-Präsident Stephan Abel an. "Wenn beide Mannschaften konzentrierte Leistungen abliefern und ihre positive Entwicklung fortsetzen, sollten sie gute Chancen zumindest auf das Halbfinale haben."

Anders als die Basketballer um Superstar Dirk Nowitzki, die Ex-Handball-Weltmeister, die einstigen Fußball-WM-Championessen und nahezu alle anderen Teams schafften die DHB-Damen und -Herren den Sprung zu Olympia: Als Sieger (Herren) bzw. Zweite (Damen) der Heim-EM 2011 in Mönchengladbach. Damit sind sie national schon jetzt die Ballsportart Nummer 1, zumal allein noch die Volleyballer das London-Ticket lösten. "Deswegen sind natürlich die Erwartungen von außen sehr hoch", weiß Abel. "Aber umgekehrt versprechen sich auch unsere Teams und Trainer eine Menge vom olympischen Turnier."

Mit zehn Olympiasiegern von Peking 2008 (Herren) und noch drei Damen, die 2004 in Athen sensationell die Goldmedaille holten, soll der deutsche Erfolgszug auf der Insel fortgesetzt werden. Und beide DHB-Vertretungen, die seit Monaten nicht viel anderes als geackert und gerackert haben für den Jahreshöhepunkt, erwischten zumindest der Papierform nach recht günstige Gruppen. Zumal beide dank der nach der Weltranglistenplatzierung vorgenommenen Einteilung den stets zum Favoritenkreis zählenden Gastgebern zunächst aus dem Weg gehen.

Bei den Herren trifft Olympiasieger Deutschland in der Gruppe B auf die Niederlande, Südkorea, Neuseeland, Indien und Belgien. "Alle Teams sind unheimlich dicht aneinandergerückt. Wir müssen von Anfang an hellwach und hochkonzentriert sein", forderte Herren-Bundestrainer Markus Weise. Er selbst strebt in der Londoner Riverbank Arena nach 2004 und 2008 bereits seinen dritten Olympiasieg (in Serie) an.

Deutschlands Damen steht auf dem Weg in die angepeilte Vorschlussrunde Weltmeister Argentinien als erwartet härtester Vorrunden-Brocken im Weg. Weitere Widersacher sind Neuseeland, Australien, Südafrika und die USA. Damen-Coach Michael Behrmann sieht darin eine "sehr ausgeglichene Gruppe" und meinte: "Argentinien ist ganz oben an der Weltspitze. Die anderen Vier spielen alle sehr körperbetont, da müssen wir athletisch auf einem Top-Niveau sein."

Von Thomas Prüfer/DPA / DPA

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