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Die Küche des Kaukasus: So schmeckt Sotschi

Der Schweizer Skirennfahrer Patrick Küng hat schlecht gegessen und leidet seitdem an schlimmem Durchfall. Ist das Essen in Sotschi wirklich so mies? Nein, im Gegenteil!

Von Denise Wachter

Die ersten Sportler jammern bereits über die eintönige Verpflegung im olympischen Dorf. Skirennfahrer Patrick Küng hat sogar so schlecht gegessen, dass er jetzt an Durchfall leidet und sich erst einmal schonen muss. Dabei ist das Essen in Sotschi überhaupt nicht mies. Im Gegenteil: Die kaukasischen Spezialitäten an der Schwarzmeerküste stehen für eine besonders multikulturelle Küche. Georgische, armenische, kaukasische, russische und ukrainische Gerichte finden sich auf der Speisekarte.

Schaschlik ist der König der Küche

Der unumstrittene König der kaukasischen Küche ist der Schaschlik mit Fleisch vom Rind, Schwein, Hammel, Huhn oder Stör - natürlich nur von guter Qualität. Das Geheimnis des schmackhaften Schaschliks liegt in der Marinade: Kräuter, Essig, Wein und Sauerrahm. Für die Würze ist der Mann in Russland zuständig. Nur er weiß, wie man Schaschlikfleisch richtig mariniert, aufspießt und auf dem Holzkohlegrill zubereitet. Ohne Schaschlik geht in Russland gar nichts: Beim Angeln, Datschabesuch oder am Wochenende mit der Familie gibt es Schaschlik. Dazu Zwiebeln, frische Kräuter, Rohkost-Gemüse, Fladenbrot und rote Soße.

Chatschapuri ist ein weiterer Leckerbissen, den sich die Sportler im olympischen Dorf gönnen könnten. Sucht man ein Pendant in der internationalen Küche dazu, kommt ihm die Pizza am nächsten. Es hat die Form eines Schiffchens aus Teig mit einer kleinen Mulde. In diese kommen Butter, Käse und ein rohes Ei. Es ist ein geniales Fingerfood nach einem anstrengenden Trainingstag.

In Italien gibt es Ravioli, in Russland Pelmeni und in Japan Gyoza. Chinkali heißen die gefüllten Nudelspezialitäten in Sotschi. Rinderhack, Pfeffer, Salz und Koriandergrün kommen in die Füllung, gekocht werden Sie in einer kräftigen Rinder-Bouillon.

Borschtsch - und natürlich russischer Wodka

Diese drei Gerichte sind natürlich nur ein Auszug aus der Speisekarte von Sotschi. Bekannte Gerichte wie der Rote-Beete-Borschtsch mit Kartoffeln, Weiß- oder Rotkohl, Zwiebeln, Tomatenmark und Möhren sind überall in Russland zu finden. Der obligatorische Löffel Sauerrahm darf im Borschtsch natürlich nie fehlen. Eine Suppe, die den Kater am Morgen vertreibt, heißt Chasch. Das Geheimnis? Knochenmark und Innereien werden durch den Fleischwolf gedreht und mit Unmengen von Knoblauch serviert.

Im Sommer stehen Forellen, Stör, Lachs, Schwarzmeerscholle und Zander auf dem Speiseplan der russischen Stadt am Schwarzen Meer. Getrunken wird Kwas - das Nationalgetränk der Russen seit über 1000 Jahren. Die klassische Variante ist der Brotkwas - er schmeckt süß-säuerlich, erinnert an Malzbier, riecht nach kräftigem Bauernbrot und ist beliebter als Coca Cola. Und es gibt natürlich keine Tafel, die ohne den Klaren auskommt: russischer Wodka.

Da soll noch einmal jemand sagen, dass das Essen mies ist in Sotschi.

Kleines kulinarisches Wörterbuch für Sotschi

  • Adschika - sehr scharfe Würzsoße aus roter Peperoni
  • Barabulja – Rotbarbe
  • Bliny – dünne Pfannkuchen
  • Borschtsch – Rote-Bete-Suppe
  • Chatschapuri – Teigfladen mit Käse überbacken
  • Chinkali – gefüllte Teigtaschen
  • Chren – Meerrettich
  • Gortschiza – sehr scharfer Senf
  • Ikra – Kaviar
  • Kambala – Flunder
  • Kinsa – Koriandergrün, wird oft in der kaukasischen Küche verwendet
  • Lawasch – georgisches Weißbrot, erinnert an Fladenbrot
  • Mangal – Holzkohlegrill für Fleisch und Gemüse
  • Mjaso – Fleisch
  • Schaschlik – am Spieß gegrillte, große Fleischstücke
  • Soljanka – Suppe aus verschiedenen Fleischsorten
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