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Letztes Olympiarennen der Karriere: Höfl-Riesch will den goldenen Abschluss

Ganz entspannt ist Maria Höfl-Riesch vor ihrem letzten Olympiarennen, in dem sie noch einmal ganz nach vorn will. Es wäre der krönende Abschluss einer großen olympischen Karriere.

Mit Slalom-Gold fing es an, mit Slalom-Gold könnte es enden. Im Zielhang einer glanzvollen Karriere freut sich die 29-Jährige auf ihr "allerletztes Olympia-Rennen". Gewonnen hat die Skirennfahrerin eigentlich alles, was es in der alpinen Welt zu gewinnen gibt. Die erfolgreichste deutsche Alpin-Dame bei Winterspielen ist sie auch. Und nach Gold und Silber in Sotschi konnte die zweimalige Weltmeisterin die letzten Tage des Ringe-Spektakels sowieso "einfach nur noch genießen". Nun soll der glänzende Abschluss in der Disziplin her, in der sie vor fünf Jahren die erste ihrer zehn Medaillen bei Großereignissen gewann: Im Slalom.

Weltmeisterin 2009, Olympiasiegerin 2010, 9 ihrer 27 Weltcup-Siege glückten im Torlauf. Aber als Mitfavoritin will sich Höfl-Riesch trotz dieser glanzvollen Bilanz keineswegs sehen. Denn nach dem krankheitsbedingten Verzicht auf den Riesentorlauf am Dienstag und einem freien Mittwoch konnte die 29-Jährige nur am Donnerstag für den Slalom trainieren. "Natürlich wird es mit dieser Mini-Vorbereitung umso schwerer, sich gegen die starken Technik-Spezialistinnen zu behaupten und um eine Medaille mitzufahren", sagte die Skirennfahrerin, "aber ich werde versuchen, in meinem allerletzten Olympia-Rennen nochmal alles aus mir rauszuholen."

Das wollen die Konkurrentinnen auch. Topfavoritin ist am Freitag die Amerikanerin Mikaela Shiffrin. Die Weltmeisterin könnte sich zur jüngsten Olympiasiegerin in dieser Disziplin krönen. Der Österreicherin Marlies Schild fehlt eigentlich nur noch olympisches Slalom-Gold in ihrer traumhaften Torlauf-Bilanz. Auch die Schwedinnen Frida Hansdotter oder Maria Pietilä-Holmner haben blendende Aussichten. Und nach zweimal Gold in Krasnaja Poljana ist der Slowenin Tina Maze auch im Torlauf ein Spitzenplatz zuzutrauen.

Maze und Höfl-Riesch sind im Gegensatz zu den anderen Torlauf-Damen Allrounderinnen, die alle Rennen fahren. Als solche haben sie zwar weniger Training in den einzelnen Disziplinen, dafür aber umso größere Chancen auf den Gesamtweltcupsieg. Maze siegte in der vergangenen Saison, Höfl-Riesch führt in diesem frühlingshaften Winter. Und dort geht es nach den Spielen Schlag auf Schlag weiter. Acht Rennen bis zur Großen Kristallkugel. Und dann?

Vieles spricht für ein Karriereende Höfl-Rieschs nach einer abermals außergewöhnlichen Saison. Deutschlands Ski-Königin selbst brachte auch schon die Idee einer "Abschieds-Tournee" ins Spiel, "ein Jahr zum Genießen, wirklich ohne Druck". Dem deutschen Wintersport würde die "hervorragende Botschafterin" (IOC-Präsident Thomas Bach) und "Vorzeige-Modellathletin" (Franz Beckenbauer) in jedem Fall fehlen.

Bis zum Karriereende sind es noch ein paar Wochen - oder eben noch etwas mehr als ein Jahr. 2015, das betonte sie wiederholt, ist auf jeden Fall Schluss. Der olympische Abschied steht allerdings schon an diesem Freitag an. "Egal, was jetzt noch passiert in der zweiten Woche: Ich fahre glücklich nach Hause", beteuerte Höfl-Riesch.

Noch etwas größer würde das Glück sicher mit einer Torlauf-Medaille - und die ist Höfl-Riesch immer zuzutrauen. Gerade dann, wenn es zuvor einen Rückschlag gab - wie man den krankheitsbedingten Verzicht auf den Riesentorlauf sehen könnte. "Es gibt keine bessere Wettkämpferin als die Maria. Wenn die ins Starthaus geht, dann steht da ein Mensch drin, der Übermenschliches leisten kann. Das ist sehr bewundernswert an ihr", sagte Felix Neureuther einmal über die Vereinskameradin. Noch einmal will und kann Höfl-Riesch das beim Ringe-Spektakel zeigen.

bak/DPA / DPA
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