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Maria Höfl-Riesch in der Super-Kombi: Erst die Fahne - und jetzt Gold?

Abfahrt + Slalom = Gold? Das soll die olympische Erfolgsformel für Maria Höfl-Riesch sein. Doch ein Selbstläufer wird die Super-Kombi nicht, Riesch greift von Platz fünf nach den Medaillen.

Nach dem "Gänsehautgefühl" bei der Eröffnungsfeier hofft Fahnenträgerin Maria Höfl-Riesch jetzt auch auf der Piste auf unvergessliche Momente. Drei Tage nach ihrem feierlichen Auftritt will die Doppel-Olympiasiegerin am Montag in der Super-Kombination aus Abfahrt (8 Uhr) und Slalom (12 Uhr) gleich ihre erste von mehreren Medaillenchancen in Sotschi nutzen. "Größer ist der Druck deswegen bestimmt nicht. Aber die Erwartungshaltung ist natürlich sehr groß, auch die eigene", betonte sie. "Natürlich bin ich angespannt, das ist ja ganz klar. Es geht zum ersten Mal um eine Medaille", meinte die Teamleaderin nach dem letzten Training am Sonntag.

Als Weltmeisterin von Schladming und Goldmedaillengewinnerin bei den Vancouver-Spielen ist die 29 Jahre alte Skirennfahrerin eine große Anwärterin auf den Sieg. "Das ist klar, dass Maria da eine von den Favoritinnen ist", erklärte Damen-Cheftrainer Thomas Stauffer recht zuversichtlich - und klang durch seinen ruhigen Schweizer Akzent noch ein bisschen entspannter. "Wir sind für Montag gerüstet, und ich schaue dem relativ gelassen entgegen." Optimismus bei den deutschen Alpinen, denen eine Medaille zum Auftakt auf dem Weg zu den vorgenommenen drei Plaketten in den Bergen von Krasnaja Poljana viel Schwung geben könnte.

Riesch verspricht nach Platz fünf "volle Attacke"

Allerdings dürfte das Medaillenrennen kein Selbstläufer werden, wie die Abfahrt am Montagmorgen gezeigt hat. Die Weltmeisterin liegt nach der Schussfahrt 1,04 Sekunden hinter der überraschend starken Amerikanerin Julia Mancuso auf Platz fünf. "Das war sicher nicht perfekt, aber eine gute Steigerung zum Training", sagte Höfl-Riesch und kündigte für den abschließenden Slalom an. "Jetzt gibt es nur volle Attacke, volles Risiko."

Mancuso fuhr am Montag in 1:42,68 Minuten die klare Bestzeit vor Lara Gut. Die Schweizerin ist allerdings keine gute Slalomfahrerin. Neben Höfl-Riesch und Mancuso liegen auch die Slowenin Tina Maze sowie die Österreicherinnen Anna Fenninger und Nicole Hosp gut im Rennen.

Höfl-Rieschs Rückstand auf die drittplatzierte Maze beträgt nur knapp zwei Zehntelsekunden. Nach einem Fehler im oberen Streckenteil fuhr die 29-Jährige im mittleren Teil stark, verlor im Flachstück vor dem Ziel aber wieder Zeit.

Bei Großereignissen immer top

Was die Verantwortlichen zuversichtlich stimmt: Auf Höfl-Riesch ist bei Großereignissen seit 2009 immer Verlass. Als einzige Weltcup-Fahrerin mit 25 oder mehr Podestplätzen sowohl in Abfahrt als auch im Slalom ist die Ausnahmeathletin für den Kombinationstitel prädestiniert. "Aber zu gewinnen ist auch da schwer, weil diese beiden so unterschiedlichen Disziplinen, Abfahrt und Slalom, eben wirklich eine schwierige Kombination sind", warnte Höfl-Riesch vor den kaum noch zu bremsenden Erwartungen.

Seit ihrem Kombinations-Olympiasieg vor vier Jahren gab es in neun Rennen in dieser Disziplin bei Weltcups oder Weltmeisterschaften nur fünf verschiedene Siegerinnen. Die verletzt fehlende Lindsey Vonn (USA) siegte zweimal, Vorjahresdominatorin Tina Maze aus Slowenien dreimal - ebenso wie Höfl-Riesch. Die Generalprobe im Januar in Altenmarkt-Zauchensee entschied überraschend die Kanadierin Marie-Michele Gagnon für sich.

Nur fünf, sechs Leute fürs Podest

"Es gibt nur fünf, sechs Leute, die um Podestplätze fahren, in allen anderen Disziplinen sind es mehr", räumte Höfl-Riesch ein. Auch wenn die Kombi im Weltcup nur eine untergeordnete Rolle spielt: Olympiasieg bleibt Olympiasieg. "Es gibt bei Großereignissen dafür genauso eine Goldmedaille wie für alle anderen Disziplinen", sagte sie in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Jetzt muss sie sie nur noch gewinnen...

kng/DPA / DPA

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