HOME

Stern Logo Olympia 2018

Olympia 2018: Langläuferin Teresa Stadlober biegt falsch ab - und Papa Alois flippt live im TV aus

Eltern schwitzen Blut und Wasser, wenn ihre Kinder bei Olympia aktiv sind. Doch wie fühlt es sich wohl an, wenn der Vater als TV-Experte sieht, wie seine Tochter im Langlauf falsch abbiegt?

Das war noch alles in Butter: Teresa Stadlober in korrekter Loipe und Silber-Spur. Später bog sie auf der Strecke falsch ab. Krista Pärmäkoski aus Finnland (im Hintergrund) profitierte und gewann die Silbermedaille.

Das war noch alles in Butter: Teresa Stadlober in korrekter Loipe und Silber-Spur. Später bog sie auf der Strecke falsch ab. Krista Pärmäkoski aus Finnland (im Hintergrund) profitierte und gewann die Silbermedaille.

AFP

Alois Stadlober war bester Dinge. Im österreichischen Fernsehen ORF war der frühere Langläufer als Co-Kommentator für den 30-Kilometer-Lauf der Frauen engagiert worden. Bester Grund: Tochter Teresa ging mit über die Marathonstrecke an den Start - und das mit guten Aussichten. Das bestätigte die 25-jährige Salzburgerin während des Rennens eindrucksvoll. Hinter der schon legendären Marit Björgen aus Norwegen lag sie auf Medaillenkurs, hatte Silber im Blick. Und was Papa Alois besonders gefiel: Sie wirkte frisch, nach zwei Dritteln des Rennens war eine Medaille praktisch sicher.

Doch dann war es urplötzlich vorbei mit der guten Laune. Alois Stadlober konnte kaum glauben, was er da sah. Neun Kilometer vor dem Ziel bog Tochter Teresa falsch ab, verließ die Rennstrecke und verspielte jede Medaillenchance. Was war da bloß los, Papa Alois verstand die Welt nicht mehr. "Verdammt nochmal", brüllte er in der Kommentatoren-Kabine. Dann waren noch die Worte "dummer Fehler" und "Tuckn" zu hören, berichten mehrere österreichische Medien. "Na, des wollt' da Herrgott net!"


Teresa Stadlober: "Schade, dass ich so dumm war"

Teresa Stadlhuber selbst hatte keine Erklärung für ihren Fehler. "Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll", sagte die Salzburgerin dem österreichischen Fernsehen ORF. "Ich kann's mir auch nicht erklären. Jetzt bin ich eh schon mehr als drei Tage da, wenn ich jetzt nicht die Runde kenne, dann weiß ich nicht." Als plötzlich keine Betreuer mehr am Wegesrand gestanden hätten, habe sie gemerkt, dass etwas nicht stimmt. "Wie ich rübergeschaut habe, habe ich mir nur gedacht: Scheiße."

Medaille weg, Riesenchance weg, vier Jahre Vorbereitung umsonst, und das auf diese Weise. Es wäre ihr Tag gewesen, war sich Stadlober sicher und resümierte bitter: "Schade, dass ich so dumm war."


Österreichs Ski-Fans zeigen Mitleid: "Schöner Vater"

Wesentlich mehr Verständnis als Vater Stadlober für seine Tochter hatten übrigens die österreichischen Fans. Die ärgerten sich lieber mit der Sportlerin. "Kopf hoch, Teresa Stadlober!", hieß es da. Oder: "So ein Scheiß-Pech (...) Die Arme." Ein weiterer Twitter-User zollte ihr "höchsten Respekt", dass sie das Rennen ohne Aussicht auf Erfolg noch beendet habe. "Wie Theresa Stadlober miht ihrem Fauxpas umgeht, ist ganz goße Klasse."

Ein anderer hielt es eher mit Vater Stadlober: "Ich mein, Verfahren beim Langlaufen! Das ist, wie wenn sich ein Zug verfährt!" Insgesamt aber hat Alois Stadlober seinen Ruf durch seinen Ausraster in der TV-Kabine eher geschadet: "Ein feiner Vater, der seine Tochter im Live-TV als 'Tuckn' bezeichent..."

Da steht womöglich noch ein Tochter-Vater-Gespräch an...


Schlangen, Heavy Metal und Co.: Warum die Norweger wirklich so unschlagbar sind bei Olympia


dho / dho
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity