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Leichtathletik Paralympicssieger Markus Rehm erzielt neuen Weltrekord

Markus Rehm, TSV Bayer Leverkusen beim Kurtulus Springer-Meeting in Garbsen am 22.05.2022
Paralympicssieger Markus Rehm hat erneut einen Weltrekord aufgestellt – und seinen eigenen Bestwert übertroffen
© BEAUTIFUL SPORTS/J. Grontzki / Picture Alliance
Paralympicssieger Markus Rehm hat am Wochenende einen neuen Weltrekord aufgestellt. In Innsbruck hat der 33-jährige Sportler seine alte Bestmarke um vier Zentimeter überboten.

8,66 Meter weit sprang der viermalige Paralympicssieger Markus Rehm am Samstag in Innsbruck. Bei der 18. Auflage der Golden Roof Challenge konnte der Prothesen-Springer somit erneut seinen eigenen Weltrekord toppen. Er übertraf seine vor rund einem Jahr aufgestellte Bestmark um vier Zentimeter. Der 33-jährige Rehm, der zum fünften Mal den Wettbewerb für Weit- und Stabhochspringer gewann, verwies den Schweizer Zehnkämpfer und Weitsprungspezialisten Simon Ehammer (8,12 Meter) auf Rang zwei.

Nach einem schweren Wakeboard-Unfall im Alter von 14 Jahren musste dem Weitspringer das Bein unterhalb des rechten Knies abgenommen werden. Schon immer ein begeisterter Sportler, war die Prothese für ihn kein Hindernis. Ganz im Gegenteil.

Markus Rehm darf nicht an Olympiade teilnehmen

Im Weitspringen räumt der 33-Jährige einen Rekord nach dem anderen ab. Zum Weltrekord der olympischen Athleten Mike Powell fehlen ihm noch 29 Zentimeter. Selbst den Olympiasieger Miltiadis Tentoglou aus Griechenland, der in Tokio 2021 mit 8,41 Metern die Goldmedaille abräumte, würde Rehm überbieten. 

Sowohl 2016 als auch 2021 versuchte Rehm, bei der Olympiade anzutreten. Weil der Verdacht im Raum stand, seine Prothese könne ihm einen Vorteil verschaffen, wurde ihm dies verweigert. Der Leichtathletik-Weltverband und das internationale Sportgericht CAS lehnten seine Teilnahme ab. "Da wurde eine Chance vergeben, ein Zeichen für Inklusion zu setzen", sagte er damals. Es gehe ihm ohnehin nicht um die Wertung oder die Medaille, sondern schlicht um die Teilnahme. In einem Gespräch mit der "Zeit" macht er seiner Enttäuschung Luft: "Ich kann nicht mehr machen. Ich kann mein Bein nicht zurückzaubern."

Trotzdem würde der Rekord-Springer keine Medaille mehr eintauschen wollen für ein gesundes Bein.

Quellen: "Augsburger Allgemeine", Deutsche Presse-Agentur, "Die Zeit", SWR

lhi

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