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Junioren-Weltmeister Fahrer gefeuert: US-Radteam suspendiert 19-jährigen Trump-Fan nach Twitter-Fauxpas

Radprofi Quinn Simmons mit Regenbogentrikot und US-Flagge auf dem Podium
Im Regen von Yorkshire feierte Quinn Simmons 2019 seinen bisher größten Erfolg – den WM-Titel im Straßenrennen der Junioren.
© Bas Czerwinski / Picture Alliance
Drei Buchstaben und ein missverständliches Emoji waren zu viel: Das US-Profi-Radteam Trek-Segafredo hat Junioren-Weltmeister Quinn Simmons bis auf Weiteres suspendiert. Der 19-jährige bekennende Trump-Fan hatte sich in eine Twitter-Diskussion eingemischt.

Weil er sich in sozialen Netzwerken offen zur Politik von US-Präsident Donald Trump bekennt, hat das Profi-Radteam Trek-Segafredo seinen Fahrer Quinn Simmons bis auf Weiteres suspendiert. In einem offiziellen Statement auf Twitter gesteht die Teamleitung seinen Sportlern zwar Meinungsfreiheit zu, bezeichnete Simmons' Äußerungen aber als nicht mit den Werten der Mannschaft vereinbar.

Twitter-Streit mit niederländischer Journalistin

Offiziell begründete das US-amerikanische Top-Team die Suspendierung seines erst 19-jährigen Fahrers mit "spaltenden, brandgefährlichen und schädlichen Äußerungen". Der Jungprofi hatte sich am Mittwoch auf Twitter in eine wüste Diskussion mit der niederländischen Journalistin José Been verstrickt. Die hatte ihren Followern unmissverständlich erklärt, dass sie "gehen können, wenn sie Trump unterstützen." US-Medien zufolge reagiert Simmons darauf mit einem "Bye" sowie einer dunkelhäutigen winkenden Hand. Als ein anderen User ihn später als "offensichtlichen Trumper" bezeichnete, bestätigte der 19-Jährige das mit den Worten "Das ist richtig" und bekräftigte das mit einer US-amerikanischen Flagge. 

Simmons, der erst seit dieser Saison für Trek-Segafredo in die Pedale tritt, entschuldigte sich am Donnerstagabend via Twitter. "Allen, die das Emoji als rassistisch empfinden, möchte ich versichern, dass ich nicht wollte, dass das so interpretiert wird." Er sei strikt gegen jede Form von Rassismus, so Simmons. Sein Team stellte im gleichen Statement klar, dass Simmons nicht wegen seiner politischen Haltung suspendiert worden sei: "Vielmehr,  empfanden wir es als unpassend, wie er sich auf Twitter verhalten hat". Die niederländische Journalistin hat ihren Tweet inzwischen gelöscht und erklärte am Donnerstag, es sei niemals ihre Absicht gewesen, dass Simmons gefeuert werde. 

"Glänzende Zukunft": Team sichert Simmons Hilfe zu

Ob Simmons wieder für Trek-Segafredo aufs Rad steigen wird, ließ Team-Manager Luca Guercilena offen. "Ihm steht eine glänzende Zukunft als Radprofi bevor, wenn er die Chance nutzt, als Mensch zu wachsen. Wir werden ihn dabei unterstützen, so gut wir können." Simmons gilt als großes Talent im US-Radsport. Sein Team hatte ihn vor allem für harte Ein-Tages-Klassiker vorgesehen. Seinen größten Erfolg feierte er bei Straßenweltmeisterschaften 2019 im britischen Yorkshire. Nach einer mehr als 30 Kilometer langen Soloflucht gewann er WM-Gold bei den Junioren.

Quellen:  "USA Today", Twitter

js

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