HOME

Nach Wada-Kritik: Russland wehrt sich gegen Doping-Vorwürfe

Russische Leichtathleten sollen systematisch verbotene Mittel zur Leistungssteigerung verabreicht bekommen haben. Jetzt meldet Russlands Politik Zweifel am Wada-Bericht an - und gelobt gleichzeitig Besserung.

Russlands Sportminister Witali Mutko am Rednerpult während einer Pressekonferenz

Witali Mutko hat seit Mai 2008 das Amt des russischen Ministers für Sport, Tourismus und Jugenpolitik inne

Das russische Sportministerium hat die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada aufgefordert, sich im Zuge ihrer Untersuchungen "an reale Fakten und Beweise" zu halten. Es gebe einen "großen Unterschied" zwischen Informationen durch die Medien und bewiesenen Tatsachen, auf die sich derartige Ermittlungen gründen sollten, heißt es in einer am späten Montagabend verbreiteten Erklärung.

Das Sportministerium werde den Bericht der Wada-Ermittlungskommission "gründlich studieren" und die "geeigneten Maßnahmen umsetzen". Die Empfehlungen der Wada-Kommission "werden Russland helfen, das Anti-Doping-System in naher Zukunft zu verbessern", heißt es in dem Statement.

Verbandsreform bereits im vollem Gange

Von den meisten Punkten in dem Report sei man "nicht überrascht. Wir sind uns der Probleme im Russischen Leichtathletik-Verband vollauf bewusst und wir haben Maßnahmen ergriffen, um die Situation in den Griff zu bekommen". Es gebe einen neuen Verbandspräsidenten, einen neuen Cheftrainer, und der Trainerstab werde verjüngt.

Das Sportministerium folge den strengen Auflagen der Wada. Man mische sich nicht die Arbeit der nationalen russischen Anti-Doping-Agentur Rusada und des Kontroll-Labors in Moskau ein. Dazu sei nur die Wada berechtigt. "Wir sind offen für eine enge Zusammenarbeit mit der Wada, um jeglichen Schaden von der Rusada und dem akkreditierten Labor abzuwenden", betont das Ministerium in seiner Erklärung.

lst/ DPA
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity