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Ski Alpin: Riesch-Schwestern verpatzen den Abschluss

Deutschlands alpine Ski-Damen haben ein starkes Jahr hinter sich, doch zum Abschluss waren sie den Tränen nahe: Susanne und Maria Riesch patzten beim Slalom in Lienz. Eine österreichische Konkurrentin meldete sich dagegen eindrucksvoll zurück.

Schwarzer Tag für die deutschen Slalom-Damen: Maria Riesch schüttelte nur noch den Kopf, Susanne Riesch feuerte wütend ihre Ski-Stöcke in den Schnee - statt dem Papa zum Geburtstag einen Erfolg im alpinen Ski-Weltcup zu schenken, kämpften die beiden Schwestern am Dienstag zum Jahresabschluss im österreichischen Lienz mit den Tränen. "Es war einfach ein rabenschwarzer Tag für die ganze Riesch-Familie. Meine Schwester hat wahrscheinlich das Podium vergeben, so weit wie sie voraus war. Ich hab irgendwann resigniert", sagte Slalom-Weltmeisterin Maria Riesch nach dem überlegenen Erfolg der Österreicherin Marlies Schild. Beste Deutsche war die 19 Jahre alte Christina Geiger, die mit Platz acht ihre Karriere-Bestleistung bestätigte. Maria Riesch musste sich mit Rang 14 begnügen, Schwester Susanne war mit Zwischenbestzeit vier Tore vor dem Ziel gestürzt.

7000 Zuschauer feierten am Fuße des Schlossbergs lautstark die Sieges-Rückkehr der lange verletzten Slalom-Dominatorin Schild - und zum Abschluss eines überaus erfolgreichen Jahres war auch der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier keineswegs verärgert. "Wenn man die Jahre 2005, 2006, 2007 oder 2008 sieht und in diesem Jahr zwei WM-Titel holt, dann ist das ein außergewöhnlich gutes Jahr. Und wenn man die Serie der Damen seit dem Weltcup-Auftakt in diesem Winter sieht, braucht man sich nicht zu beschweren", sagte Maier. In der Tat: Zwei Goldmedaillen bei der WM, eine Disziplin-Kristallkugel, dazu sieben Siege und insgesamt 17 Podestplätze: So erfolgreich waren die deutschen Alpin-Damen schon lange nicht mehr.

Bloß keine Krise einreden

Doch der Abschluss trübte das Bild ein wenig: Aufrecht fuhr Riesch durch das Ziel und rätselte mit Tränen in den Augen im Zielraum über die ärgerliche Vorstellung. "Ich will mir keine Formkrise einreden, weil ich keine habe", sagte Riesch, die 2009 elf Podestplätze und vier Siege im Weltcup verbuchte, dazu der WM-Sieg und die Kristallkugel. "Dann kann man vielleicht auch so einen unglücklichen Jahresabschluss verkraften", sagte die 25-Jährige mit dem Versuch eines Lächelns. Im Gesamtweltcup konnte sie nur unwesentlich Boden auf Lindsey Vonn gutmachen. Die Amerikanerin, die mit einer schmerzhaften Handverletzung gehandicapt an den Start gegangen war, biss sich zu einem 18. Platz durch. Sie führt das Gesamtklassement mit 594 Punkten vor Riesch (549) an.

Während die große Schwester, deren Tag schon mit einem Stich im Knie beim Einfahren begonnen hatte, einfach nicht so richtig ins Fahren kam, zahlte sich bei Susanne Riesch das Risiko nicht aus. Mit großem Vorsprung hatte die einmalige Podestfahrerin das Ziel direkt vor ihren Augen, als sie stürzte. "Das ist so bitter, wenn man hört, man hat 'ne Sekunde Vorsprung und scheidet dann am Zielhang aus", sagte die 22-Jährige, die im Disziplin-Weltcup auf Platz sechs liegt. Hier führt Maria Riesch (243 Punkte) vor Schild (220) und der Französin Sandrine Aubert (216), die am Dienstag vor Kathrin Zettel (Österreich) und hinter Schild Zweite wurde. Katharina Dürr als 12., Vortagessiegerin Kathrin Hölzl als 16., Lena Dürr als 21. und Nina Perner als 26. sammelten für den Deutschen Skiverband (DSV) Punkte.

Die zweitbeste Laufzeit legte Katharina Dürr im zweiten Durchgang hin - am schnellsten war wie schon im ersten Lauf Marlies Schild. In beeindruckender Manier gewann sie ihr 21. Weltcup-Rennen. Es war Schilds erster Sieg seit dem 14. März 2008. Wegen einer schweren Trainingsverletzung hatte sie 15 Monate pausieren müssen. Nach den Plätzen sechs und zwei sowie einem Ausfall meldete sie sich nun eindrucksvoll als österreichische Gold-Hoffnung für die Olympischen Winterspiele in Vancouver zurück.

DPA / DPA

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