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Olympia: Damen-Slalom: Titel und Tränen bei Riesch-Schwestern

Maria Riesch hat bei den Olympischen Spielen ihre zweite Goldmedaille gewonnen. Nach dem Erfolg in der Super-Kombination holte Riesch auch Gold im Slalom. Ihre Schwester Susanne schied aus.

Gold, Gold, Gold! Maria Riesch hat die deutschen Alpinen zum dritten Triumph von Whistler geführt und ist wie Katja Seizinger und Rosi Mittermaier Doppel-Olympiasiegerin. Nach einem spitzen Freudenschrei ließ sich die 25-Jährige in den Schnee fallen und alle Anspannung war wie weggeblasen. Die Gratulantinnen standen Schlange bei der deutschen Slalom-Olympiasiegerin, die feuchte Augen hatte. Und nur wenige Meter von ihr entfernt flossen viele Tränen, allerdings aus großer Enttäuschung. Schwester Susanne hockte im kargen Zielraum-Zelt auf einem Stuhl und konnte gar nicht mehr aufhören zu weinen. "Sie hat mir so leid getan. In dem Moment kann man seine Freude gar nicht richtig rauslassen", bekannte Maria Riesch.

Im Gegensatz zu ihrer jüngeren Schwester hatte sich Maria Riesch, die mal wieder eindrucksvoll ihre Wettkampfstärke zeigte und sich selbst vom Malheur der Schwester nicht beunruhigen ließ, bei Schneefall und schwierigen Pistenbedingungen von Nichts und Niemandem aufhalten lassen. "Jetzt bin ich doppelte Goldmedaillengewinnerin das ist unglaublich" schwärmte Riesch, die sich gegen die Österreicherin Marlies Schild (Silber) und Sarka Zahrobska aus Tschechien (Bronze) behauptete.

"Das kann man nicht in Worte fassen"

Lang nahm sich Riesch nach dem großen Moment Zeit, ihre jüngere Schwester in den Arm zu nehmen, später suchte diese bei den Eltern Trost. "Das Glück und Unglück so extrem nah zusammen liegen, tut mir für die Susi leid. Dass es so krass auseinander liegen muss, hat schon eine gewisse Dramatik. Das trifft mich schon", meinte Alpin- Direktor Wolfgang Maier. Obwohl mit dem dritten Gold die kühnsten Erwartungen übertroffen wurden, brach die ganz große Freude direkt nach dem Rennen nicht aus.

Dreimal alpines Damen-Gold bei Olympia - das gab es zuletzt und nur 1998 in Nagano. Zweimal Seizinger und Hilde Gerg im Slalom - die aktuelle Crew um Maria Riesch hat nach den goldenen 90ern wieder Olympia-Erfolge am Fließband beschert. Nicht die kühnsten Träumer beim Deutschen Skiverband hätten drei Erfolge erwartet. Aber nach dem Riesch'schen Coup in der Super-Kombination und Viktoria Rebensburgs Gold-Fahrt im Riesenslalom machte wieder Riesch die Winterspiele aus dem Bilderbuch perfekt. "Wenn man Weltmeisterin und Olympiasiegerin wird, und das souverän, dann muss man außergewöhnlich sein", lobte Maier seine Vorzeige-Skirennfahrerin in höchsten Tönen. Nun hoffen alle auf Felix Neureuther an diesem Samstag und einen guten Olympia- Abschluss

Im letzten Damen-Rennen in Whistler noch einmal Gold zu holen - da konnte für Riesch die Party beginnen. "Das kann man nicht in Worte fassen, was das für eine Erleichterung ist. Das ist der Wahnsinn, jetzt haben wir drei Goldene. Jetzt haben wir es uns verdient, zu feiern", sagte die Slalom-Weltmeisterin. Im rund 8500 km entfernten Garmisch-Partenkirchen fieberten Tausende beim Public Viewing und im Zielraum schauten die DSV-Vertreter beim letzten Lauf von Maria und Susanne Riesch in Whistler auf die Großleinwand. Das große Zittern wurde bei schlechter werdender Piste immer größer - erst schied Susanne aus, dann bangten alle mit Maria. Als dann im Ziel die grün unterlegte Zeit für die Beste aufblinkte, wurde die nächste Gold-Party gestartet. Am ARD- Mikrofon stieß Markus Wasmeier gleich einen lauten Freudenjuchzer aus. Jetzt bietet sich dem DSV noch eine historische Chance: Sollte Neureuther am Samstag im Slalom golden zuschlagen, wären es die erfolgreichsten Winterspiele überhaupt.

Vonn scheidet aus

Das etwas überraschende Gold von Rebensburg am Vortag hatte alle im deutschen Lager noch einmal gepusht. Riesch wurde Olympiasiegerin, ein Wermutstropfen war das verpasste Edelmetall der hochmotivierten Susanne Riesch. "Minuten vor dem Start merkt man doch, dass das was anderes ist als ein normales Weltcup-Rennen", meinte die 22-Jährige. Christina Geiger (Oberstdorf), die nach einem Sturz beim Einfahren angeschlagen ins Rennen ging wurde 14., Fanny Chmelar (Partenkirchen) schied aus.

Wie schon in der Kombination und dem Riesenslalom kam die Amerikanerin Lindsey Vonn nicht ins Ziel. Die Amerikanerin fädelte ein. "Trotz der Erwartungen aller anderen war es mein Ziel, eine Medaille zu gewinnen und ich habe die Goldmedaille", tröstete sich die Amerikanerin selbst. Nach dem Riesch'schen Sieg nahm sie die Ski-Freundin herzlich in die Arme - beide reisen mit Gold dekoriert aus Kanada ab. Wenn Vonns Ausfall-Serie so weitergeht, dürfte Maria Riesch auch im Gesamtweltcup noch gute Karten haben. Das Weltcup- Finale findet in Garmisch-Partenkirchen statt - für die deutschen Olympiasieger die nächste Ski-Sause.

DPA/kbe

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