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13. Etappe: Armstrong ohne Konkurrenz

Wer soll den sechsten Tour-Sieg von Lance Armstrong noch verhindern? Souverän gewann das amerikanische Radwunder die Pyrenäen-Königsetappe und erteilte Jan Ullrich eine weitere Lektion. Voeckler rettete knapp das Gelbe Trikot.

Alleinherrscher Lance Armstrong steht kurz vor der Rückkehr auf den Tour-Thron. Mit seinem Sieg auf der Königsetappe der 91. Tour de France in den Pyrenäen auf das 1780 Meter hoch gelegene Plateau de Beille machte der fünfmalige Gesamtsieger am Samstag im Kampf um das Gelbe Trikot weitere Minuten gut und erteilte seinem Konkurrenten Jan Ullrich wie schon am Vortag eine Lektion.

Der Olympiasieger vom Team T-Mobile verlor auf dem 205,5 Kilometer langen 13. Teilstück mit insgesamt sieben Bergwertungen weiter an Boden und liegt nun in der Gesamtwertung aussichtslos mit über sechs Minuten hinter Armstrong. Der 25-jährige Franzose Thomas Voeckler konnte seine Spitzenposition nach einer unglaublichen Energie-Leistung mit 22 Sekunden noch ein Mal knapp vor Armstrong verteidigen.

"Mein Team war unglaublich stark. Das ist ein absolutes Dream- Team", sagte Armstrong. Der Topfavorit zeigte sich überrascht, dass Ullrich und andere Rivalen nicht mithalten konnten, lobte aber den Zweitplatzierten Ivan Basso. "Der Konkurrent der Stunde ist Basso."

Nur Basso kann mithalten

Anders als am Vortag schenkte Armstrong seinem Freund Basso vom Team CSC nicht den Tagessieg. Auf dem Weg zum möglichen historischen 6. Gesamtsieg fuhr der Texaner in unnachahmlicher Manier an dem Italiener vorbei. Dritter wurde Georg Totschnig vom Team Gerolsteiner. Entgegen der Prognosen von einem Zweikampf zwischen Armstrong und Ullrich wird es nun beim Showdown in den Alpen zu einem Tour-Duell zwischen dem Titelverteidiger und Basso kommen. Er liegt in der Gesamtwertung nur 1:17 Minuten hinter dem Topfavoriten.

Ullrich überfordert

Ullrich hatte erneut das Nachsehen: 11 Kilometer vor dem Zielstrich musste der Tour-Sieger von 1997 dem Höllentempo Tribut zollen und abreißen lassen. Zum zweiten Mal nacheinander kam sein Helfer und Teamgefährte Andreas Klöden als Vierter vor ihm ins Ziel, 1:24 Minuten hinter Armstrong.

Hamilton, Heras, Mayo: Favoritensterben auf der Pyrenäen-Königsetappe

Noch ernüchternder als für Ullrich, der als Sechster ins Ziel kam, ging der Samstag für Tyler Hamilton zu Ende: Der Tour-Mitfavorit aus den USA stieg an einer Verpflegungsstation nach 79 Kilometer entkräftet vom Rad und gab auf.

"Tyler hat sich von seinen Verletzungen in Angers nicht mehr erholt. Wir haben das in den vergangenen Tagen ein bisschen geheim gehalten, aber seine Situation hat sich nicht gebessert", sagte Team-Manager Urs Freuler. Auch für Fabian Wegmann war mit der 13. Etappe die Rundfahrt zu Ende. Der 24 Jahre alte Jungstar vom Team Gerolsteiner wurde bei seiner ersten Tour-Teilnahme Opfer des hohen Tempos.

Nicht nur Ullrich blieb hinter den Erwartungen zurück: Mit Roberto Heras und Iban Mayo (beide Spanien) fielen weitere Anwärter auf den Gesamtsieg weiter zurück. Heras kam abgeschlagen ins Ziel, Mayo stand nach einem totalen Kräfteeinbruch knapp nach der Hälfte der bisher schwersten Bergetappe kurz vor der Aus.

Heinz Büse und Andreas Zellmer, DPA / DPA

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