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9. Etappe: Zabel verpasst Etappensieg knapp

Es soll einfach nicht sein. Erik Zabel musste sich am Ende der achten Tour-Etappe erneut knapp geschlagen geben und wurde Dritter. Oscar Freire feierte seinen zweiten Etappensieg.

Der Spanier Oscar Freire hat die neunte Etappe der Tour de France gewonnen. Er setzte sich auf dem 169,5 Kilometer langen Tagesabschnitt von Bordeaux nach Dax im Schlussspurt des Feldes vor dem Australier Robbie McEwen und Erik Zabel vom Team Milram durch. T-Mobile-Profi Sergej Gontschar aus der Ukraine verteidigte das Gelbe Trikot des Führenden im Gesamtklassement.

Zabel hatte auf das richtige Hinterrad gesetzt. Der Milram-Kapitän fuhr die letzten Meter des Sprint Royale hinter Tom Boonen und setzte sich gegen den belgischen Superstar um wenige Zentimeter durch. Doch Oscar Freire und Robbie McEwen rauschten auf der Zielgerade noch an beiden vorbei. Der Spanier Oscar Freire siegte vor den Augen seiner Eltern, die aus dem Baskenland in die baskische Region Frankreichs kamen. Damit feiert Freire seinen zweiten Etappensieg bei dieser Großen Schleife, nachdem er zuvor vor vier Jahren seinen ersten Tagessieg bei der Tour de France feiern konnte.

"Das war Eriks bester Sprint dieser Tour. Als Sprinter ist er natürlich heiß auf seinen ersten Sieg, auch wenn er merkt, es wird sehr schwer. Aber wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, er ist noch gut drauf", sagte Milram-Manager Gerry van Gerwen. "Wir robben uns langsam vor", meinte Teamchef Jan Schaffrath, der im Vorjahr noch an der Seite des 36-jährigen Zabel bei T-Mobile fuhr.

Traum von Christian Knees erfüllte sich nicht

Der Tag der letzten flachen Etappe, bevor die Große Schleife in die Pyrenäen führt, gehörte mal wieder den Ausreißern. Nach einer gewohnt unruhigen Startphase schaffte es der Deutsche Christian Knees vom Zabel-Team Milram schon nach acht Kilometern, sich abzusetzen. Ihm folgten neun Kilometer später die Franzosen Walter Beneteau und Stéphae Augé. Auf der Strecke, die von Bordeaux und Dax an der Atlantikküste vorbei führte, hatten die drei Ausreißer zwischenzeitlich acht Minuten Vorsprung. Dadurch fuhr der deutsche Tour-Debütant einige Kilometer im virtuellen Gelben Trikot.

Kurz vor dem Ziel, als die Sprinterteams schon bedrohlich nahe kamen, versuchte der Knees noch zwei Mal, sich von den beiden anderen abzusetzen, aber das gelang dem diesjährigen Sieger von Rund um Köln nicht. Der Traum von einem Tour-Etappensieg erfüllte sich für alle drei nicht. Die Sprinter-Teams hielten das Tempo im Feld hoch, denn immerhin war es auch für Erik Zabel und Co. die letzte Chance zu siegen und Punkte für das Grüne Trikot zu sammeln.

Das Team T-Mobile hatte heute keine Mühe, das Gelbe Trikot in seinen Reihen zu halten und so wird Sergej Gontschar - der erste Ukrainer in Gelb - das Trikot in die erste Pyrenäenetappe tragen. Auch das zweite deutsche Team hatte Grund zu Freude: Markus Fothen verteidigte "sein" Weißes Trikot des besten Nachwuchsfahrers. Allerdings wurde er Opfer der turbulenten Schlusspahse des Rennens, verlor 13 Sekunden Zeit und fiel in der Gesamtwertung auf Platz neun zurück.

Auf der ersten leichteren Pyrenäen-Etappe am Mittwoch und vor allem am Donnerstag beim Ritt über fünf Anstiege mit der Bergankunft auf dem Pla-de-Beret warten andere Anforderungen auf die Teilnehmer der 93. Frankreich-Rundfahrt als am Dienstag. Denn endlich haben die Bergspezialisten ein Wörtchen mitzureden - und spätestens am Donnerstag werden sich die Favoriten zeigen müssen.

Annette Jacobs mit DPA

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