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America`s Cup: "Alinghi" schreibt Segel-Geschichte

Die Schweizer Yacht "Alinghi" um Jochen Schümann hat die Segel-Welt aus den Angeln gehoben. Erstmals in 151 Jahren America`s Cup erreicht ein Binnenland das Finale.

Die Schweizer Yacht «Alinghi» mit dem dreifachen Olympiasieger Jochen Schümann an Bord hat die Segel-Welt aus den Angeln gehoben. Erstmals in der 151-jährigen Geschichte des America’s Cup erreichte ein Binnenland das Finale um die traditionsreichste Sporttrophäe der Welt. Am Sonntag um 17.40 Uhr Ortszeit feierte die «Alinghi» im sechsten Rennen ihren fünften und entscheidenden Sieg im Herausforderer-Duell gegen die «USA 76» vom Team Oracle BMW Racing. Damit darf sie ab dem 15. Februar gegen Titelverteidiger Neuseeland antreten. Die Rennen um die «Silberkanne» werden ebenfalls im Modus «Best Of Nine» ausgetragen.

Champagnerkorken knallen

Tausende Fans des Schweizer Teams feierten den Einzug ihrer Crew in das 31. America’s-Cup-Finale. Mit frenetischem Jubel, Champagner- Fontänen, Kuhglocken, Alphörnern und einem Meer von roten Flaggen mit weißem Kreuz wurden der neuseeländische Skipper Russell Coutts, Projekt-Initiator Ernesto Bertarelli und die Mannschaft zur Siegerehrung begrüßt. «Unser großes Ziel ist damit erreicht», jubelte «Alinghi»-Sportdirektor Schümann aus dem bayerischen Penzberg. «Ab jetzt beginnt der Traum.»

Neuseeländischen Fans blieben stumm

Sämtliche Teammitglieder nahmen gewollt oder geschubst das traditionelle Bad der Sieger im Hafenwasser des Viaduct Basin von Auckland. Bei der Übergabe des Louis Vuitton Cups blieben die meisten der mehr als zehntausend neuseeländischen Zuschauer jedoch still und versagten ihrem ehemaligen Cup-Helden und Landsmann Russell Coutts und dessen Gefolgsleuten den sportlichen Respekt. Noch immer nehmen sie Coutts, der das Team Neuseeland beim letzten America’s Cup zum Titelgewinn geführt hatte, das als Fahnenflucht gegeißelte Anheuern bei den Eidgenossen übel.

Regelverstoß des US-Teams

Das spannende letzte Duell zwischen «Alinghi» und «USA 76» wurde erneut durch einen Strafkringel entschieden, den die Amerikaner wegen einer eindeutigen Regelverletzung schon in der Vorstartphase kassiert hatten. «Die haben einfach zu viel riskiert», meinte Schümann. Nach dem Rennen zollten sich die beiden Giganten im Feld der einst neun Herausforderer gegenseitigen Respekt. «Ich habe noch nie ein besseres Segelteam erlebt als Alinghi. Es ist nicht lustig, Zweiter zu werden, aber wir kommen wieder», sagte Software-Milliardär Larry Ellison von Oracle BMW Racing.

“Das wird hart“

Der überglückliche Schweizer Milliardär Bertarelli, Chef der Alinghi Challenge, gab das Kompliment prompt zurück. «Als ich damals dieses America’s-Cup-Projekt beschlossen habe, wusste ich noch nicht, dass Larry auch dabei sein wird. Als ich dann von seinem Engagement hörte, dachte ich: Das wird hart. Ich weiß, wie sich Larry heute fühlt, denn ich selbst bin ein schlechter Verlierer.»

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