Australian Open Chance zur Revanche für Schüttler


Die Pflicht hat Rainer Schüttler erfüllt, jetzt folgt die Kür. Nach seinem Auftaktsieg trifft der Deutsche auf Andre Agassi, mit dem er noch eine Rechnung offen hat.

Deutschlands Tennis-Stars haben das Siegen bei den Australian Open doch nicht verlernt, nur Nicolas Kiefer kassierte in Melbourne eine Auftakt-Niederlage. Ein Jahr nach einem kollektiven Trauerspiel sorgten Rainer Schüttler und Thomas Haas zum Auftakt für zwei von vier Erfolgen und einen ordentlichen Start ins erste Grand-Slam-Turnier des Jahres. Schüttler darf sich nun gegen Andre Agassi auf die Revanche für seine Finalpleite 2003 freuen. Kiefer leistete sich dagegen eine von vier deutschen Erstrunden-Niederlagen und ist nun schon seit 2001 in Melbourne ohne Sieg.

Dank eines Überraschungserfolges von Björn Phau und dem ersten Sieg von Anna-Lena Grönefeld war schon am ersten Tag die Bilanz des Vorjahres verbessert, als nur Florian Mayer und Anca Barna ihre Auftaktmatches überstanden hatten. Diesmal verabschiedeten sich neben Kiefer auch Barna, Julia Schruff und Qualifikant Dieter Kindlmann gegen Agassi sofort aus dem Dutzend gestarteter deutscher Profis.

In den beiden deutsch-belgischen Vergleichen verspielte Kiefer gegen Olivier Rochus eine frühe 5:2-Führung sowie drei Breakbälle im letzten Spiel und verlor 5:7, 6:2, 6:3, 2:6, 3:6. Damit verpasste er nach 3:33 Stunden die Revanche für das Aus in Adelaide und ein mögliches Drittrunden-Duell gegen Haas, der beim 6:3, 6:2, 6:3 gegen Xavier Malisse überzeugte. "Ich habe Probleme gehabt, mich zu konzentrieren", sagte Kiefer nach seiner abendlichen Berg- und Talfahrt. Nach wie vor zu schaffen macht ihm der Vorfall vom vorigen Freitag, als ein bewaffneter Krimineller vor seinem Hotel an ihm vorbei gestürmt war. "Die Bilder sind immer noch im Kopf, sobald ich allein in einem Raum bin", erklärte der Niedersachse, der nach seiner langwierigen Handgelenksverletzung noch weit von der guten Form bei den US Open vor vier Monaten entfernt ist.

"Es lief ganz gut"

Haas hat sie dagegen wieder gefunden und ließ sich von den Nachwehen seiner Leistenzerrung nicht bremsen. "Es lief ganz gut", sagte der Wahl-Amerikaner bescheiden, nachdem er an Malisse Revanche für das Aus in Wimbledon genommen hatte. Nächster Gegner ist der Slowake Karol Beck, den Haas im vergangenen September bei der Daviscup-Niederlage in Bratislava klar geschlagen hatte.

Schüttler war erleichtert über das glanzlose 7:6 (7:3), 6:3, 6:2 gegen den Franzosen Olivier Patience, dem er vor zwei Wochen in Chennai noch klar unterlegen war. An die schnelle Final-Niederlage gegen Agassi vor zwei Jahren hat der Hesse schlechte Erinnerungen, dennoch geht er wegen seines Trainingsrückstandes entspannt in die Partie: "Ich habe nichts zu verlieren. Vielleicht kann ich mich in einen kleinen Rausch spielen." Drei der bisher vier Vergleiche verlor Schüttler aber.

Kindlmanns Grand-Slam-Debüt verzögerte sich, weil sich der 34-jährige Agassi zunächst artig beim zwölf Jahre jüngeren Münchner vorstellte. Der am Ende müde Qualifikant zog sich beim 4:6, 3:6, 0:6 achtbar aus der Affäre und gewann zwei Spiele mehr als Schüttler beim Finale 2003. Zufrieden fragte Kindlmann: "Wer kann schon von sich sagen, dass er gegen Agassi gespielt hat?" Agassi fand: "Er hat nicht viele Waffen, aber er hat mich arbeiten lassen."

"Lucky Loser" als Überraschungssieger

Eine Überraschung gelang Björn Phau mit dem 6:3, 7:6 (7:4), 6:3 über Albert Costa aus Spanien, der 2002 die French Open gewonnen hatte. Phau war eigentlich in der Qualifikation gescheitert und als so genannter Lucky Loser ins Hauptfeld gerückt. Der 25-Jährige trifft nun auf den Kroaten Mario Ancic.

Anna-Lena Grönefeld bekommt es nach dem 6:1, 6:3 über die Französin Severine Beltrame mit der letztjährigen Halbfinalistin Fabiola Zuluaga aus Kolumbien zu tun. Anca Barna verlor nicht unerwartet 4:6, 2:6 gegen die Japanerin Shinobu Asagoe, Julia Schruff unterlag 3:6, 4:6 gegen Silvia Farina Elia aus Italien.

Ehemalige Nummer 1 aus dem Rennen

Als erster Favorit stürzte Spaniens Daviscup-Held Carlos Moya mit 5:7, 3:6, 6:3, 3:6 gegen Landsmann Guillermo Garcia-Lopez. Vorjahressieger Roger Federer aus der Schweiz hatte dagegen keine Mühe beim 6:1, 6:1, 6:2 über den Franzosen Fabrice Santoro.

DPA DPA

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