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Australian Open: Schüttler im Finale

Rainer Schüttler steht im Finale der Australian Open in Melbourne. Der 26-jährige Bad Homburger bezwang den US-Amerikaner Andy Roddick mit 7:5, 2:6, 6:3, 6:3.

Tennis-Profi Rainer Schüttler steht im Finale der Australian Open in Melbourne. Der 26-jährige Bad Homburger bezwang am Freitag den US-Amerikaner Andy Roddick mit 7:5, 2:6, 6:3, 6:3 und trifft am Sonntag auf den dreimaligen Australian- Open-Sieger Andre Agassi. Schüttler ist der erste deutsche Tennisspieler seit Michael Stich 1996 bei den French Open, der das Endspiel eines Grand-Slam-Turniers erreichte. Einziger deutscher Australian-Open-Sieger ist bisher Boris Becker. Der Leimener war 1991 und 1996 erfolgreich.

Schlaflos in Melbourne: Vor dem größten Spiel seiner Tennis-Karriere brach Rainer Schüttler mit seinen Gewohnheiten und ließ sich bis weit nach Mitternacht von der Faszination eines geschichtsträchtigen Spiels anstecken. "Er konnte nicht abschalten", sagte Trainer Dirk Hordorff am Donnerstag.

Kann Rainer Schüttler im Finale André Agassi schlagen?

"Ich habe keinen Druck"

"Ich bin richtig sprachlos. Es war ein Traum. Manchmal hat man die Chance, ihn zu verwirklichen", sagte Schüttler. Dem Finale sieht er gelassen entgegen: "Andre ist in unglaublicher Form. Ich habe nichts zu verlieren, ich habe keinen Druck."

Der Daviscup-Spieler bekam Roddick mit zunehmender Spielzeit immer besser in den Griff und zeichnete sich erneut durch ein unglaubliches Laufpensum aus. Dem 20 Jahre alten US-Jungstar waren die Strapazen seines knapp fünfstündigen Viertelfinalspiels am Mittwoch gegen den Marokkaner Younes El Aynaoui deutlich anzumerken. Nach 2:19 Minuten verwandelte Schüttler vor 15.000 Zuschauern seinen ersten Matchball.

Stimmen zum Match:

Andy Roddick (Schüttlers Halbfinal-Gegner): "Rainer hat es verdient, im Finale zu sein. Er hat die wichtigen Punkte gewonnen und angesichts der Umstände sehr klug gespielt. Mein Handgelenk tat mir ein bisschen weh."

Georg von Waldenfels (Präsident des Deutschen Tennis Bundes):
"Schüttler hat das Optimale gebracht. Wenn er die Leistung im Finale bringen kann, hat er auch gegen Agassi eine Chance. Für das deutsche Tennis ist das ein Riesen-Rückenwind. Es zeigt sich, dass wir auch Spieler haben, die zu den Besten gehören. Dies ist hoffentlich ein Signal für dieses Jahr und für den Daviscup. Trotz einer schweren Erkältung werde ich noch heute Abend nach Melbourne fliegen, um mir das Endspiel anzuschauen."

Michael Stich (Wimbledonsieger 1991):
"Es gibt nichts Größeres für einen Tennisspieler, als in einem Grand-Slam-Finale zu stehen. Ich freue mich riesig für Rainer, denn er hat hart dafür gearbeitet. Jetzt ist er auf der Welle des Erfolgs, und da verspürt man nur noch Leichtigkeit. Er wird mit Sicherheit viel Selbstvertrauen zum Daviscupspiel gegen Argentinien mitnehmen, auch wenn in Buenos Aires auf einem anderen Belag gespielt wird."

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