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Biathleten: Disl und Fischer laufen Weltelite davon

Die deutschen Biathleten starten herausragend in die neue Saison. Uschi Disl und Sven Fischer haben den ersten Weltcup-Doppelsieg für die deutschen Biathleten erkämpft.

Zwei Stunden nachdem die Skijägerin vom bayerischen SC Moosham das 10 km lange Verfolgungsrennen der Frauen in Beitostölen zu ihren Gunsten entschieden hatte, war auch der Oberhofer nach dem 12,5 km langen Krimi nicht zu bezwingen. Für beide war es der 26. Weltcup-Tagessieg ihrer Laufbahn. Die überragende Vorstellung des deutschen Aufgebots rundete Martina Glagow aus Mittenwald als Tagesdritte mit einem Sturmlauf vom 22. Startplatz ab.

"Das war der erste Erfolg unserer angekündigten Lauf-Offensive", jubelte Herren-Bundestrainer Frank Ullrich. "So einen Saisoneinstand haben wir gebraucht. Das gibt allen Selbstvertrauen", fügte er an. Fischer überzeugte mit stabilem Schießen und nur einer Strafrunde. "Als ich fast zeitgleich mit drei weiteren Männern auf die letzte Runde stürmte, habe ich mir einen langen Sprint überlegt. Dazu war der letzte kleine Anstieg 500 m vor dem Ziel genau richtig. Dass es so gut geklappt hat, hat mich schon überrascht. Das ist auch Genugtuung für einige Kritik im Herbst", gab der Thüringer zu. Im Ziel wusste er nicht, sein wievielter Weltcupsieg es war. "Fragt den Willi", antwortete er auf entsprechende Fragen. Am Telefon in Schmalkalden bestätigte sein Vater die 26, der bei der TV-Übertragung Svens die zehn Monate alte Tochter Emilia auf dem Schoß hatte.

"Miss One"

Uschi Disl strahlte nach dem besten Weltcup-Einstand ihrer Laufbahn noch mehr als gewohnt. "Im Training war ich immer Miss 1 mit je einem Fehler bei jedem Schießen. Die Nummer 1 im Gesamtweltcup ist mir lieber", scherzte die 34-jährige Frohnatur, die am Donnerstag bereits den Sprint über 7,5 km gewonnen hatte und weiter das Gelbe Trikot trägt. Zwischen Disl und Glagow konnte sich beim erneuten "Länderkampf" gegen Russland nur die Russin Olga Pylewa schieben.

Die Vorentscheidung gelang Uschi Disl beim vierten Schießen, als sie den Stand fehlerfrei verließ und die nach dem ersten Liegend- Anschlag durch zwei "Fahrkarten" eingebüßte Führung zurück eroberte. "Ich war selbst überrascht vom guten letzten Schießen. Neben mir ließen alle einige Scheiben stehen - und ich bin erstaunlicherweise ganz ruhig geblieben. Das war entscheidend", beschrieb sie die Szene. Als sie ihren Vorsprung bis zum letzten Anstieg auf acht Sekunden verdoppelt hatte, war Pylewas Kampfgeist gebrochen. Im Ziel hatte Disl bei 16,4 Sekunden Vorsprung vor der Russin.

Andrea Henkel (Großbreitenbach) als Achte sowie Katja Beer (Altenberg/13.) und Kati Wilhelm (Zella-Mehlis/14.) komplettierten das gute mannschaftliche Ergebnis. Alle fünf Frauen sowie Fischer und Ricco Groß (Ruhpolding/12. am Samstag) haben damit auch schon nach den ersten beiden Rennen die deutsche WM-Norm erfüllt.

Von Uwe Jentzsch/DPA

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