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Biathlon-Weltcup: Uschi Disl zum Auftakt Dritter

Unterschiedliche Bilanz der Biathleten zum Auftakt des Weltcup-Winters: Während die Männer nur hinterher fuhren, schaffte es Uschi Disl als Dritte im Sprint auf das Siegertreppchen.

Zufriedene Frauen, verunsicherte Männer - unterschiedlicher hätte die Bilanz der deutschen Biathleten zum Auftakt des neuen Weltcup-Winters nicht ausfallen können. Im finnischen Kontiolahti stürmte Uschi Disl (Moosham) im Sprint über 7,5 km als Dritte hinter der französischen Verfolgungs-Weltmeisterin Sandrine Bailly und Liv Grete Poiree (Norwegen) aufs Siegertreppchen. Dagegen liefen die deutschen Männer beim Vierfach-Erfolg der Norweger trotz fast durchweg guter Schieß-Leistungen Sieger Ole Einar Björndalen um Minuten hinterher. Als Bestplatzierter der sieben Starter landete Peter Sendel (Oberhof) nur auf Rang 15 - direkt vor seinem Vereins-Kollegen Alexander Wolf.

Deutsche Frauen überzeugen

"Damit hätte ich nicht gerechnet - vor allem nicht mit der Laufbestzeit, denn zuletzt war ich 14 Tage stark erkältet, lag eine Woche richtig fest im Bett", meinte Uschi Disl. Die "Dauerbrennerin" im deutschen Team scheint auch in ihrer 14. Weltcup-Saison ein Erfolgsgarant zu sein, auch wenn sie beim Schießen zwei Stehend- Scheiben verfehlte. "Mit dem Ergebnis können wir uns sehen lassen. Wir wissen nun, dass wir vorn mit dabei sind", stellte Bundestrainer Uwe Müßiggang fest.

Nicht nur Uschi Disl überzeugte. Auch Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) als Fünfte und Katrin Apel (Frankenhain/7.) mit je zwei Strafrunden sowie Simone Denkinger (Gosheim/1 Strafrunde) auf Rang 13 hatten die Erwartungen erfüllt. Weltcup-Punkte sammelten auch Martina Glagow (Mittenwald/19.), die allerdings das Gelbe Trikot als Weltcup- Gewinner 2002/03 abgeben musste, und Katja Beer (Altenberg/25.).

Rätselraten bei den deutschen Männern

Die deutschen Männer waren ratlos. "So langsam habe ich mich nicht gefühlt, bis die Norweger am Berg fast vorbeigeflogen sind. Jetzt müssen wir analysieren, woran es lag", meinte Sendel. Ricco Groß, der als 37. sogar die Weltcuppunkte verfehlte, war ratlos. "Das ist schon eine Menge Holz", erklärte der Ruhpoldinger. Auch Bundestrainer Frank Ullrich fiel die Begründung schwer. "Da ist heute viel zusammen gekommen. Das tiefe Kunstschnee- Geläuf, der Nieselregen, die Nervosität zum Saison-Auftakt", bemerkte Ullrich - und schob den wohl entscheidenden Aspekt nach: "Heute hatten wir auch nicht das beste Material."

"Keine Angst, die Deutschen kommen zurück"

Nach dem souveränen Erfolg jubelte Ole Einar Björndalen über das beste mannschaftliche Weltcup-Ergebnis der Norweger mit sechs Männern unter den ersten Zehn. «Bei uns hat heute alles gepasst. Wir hatten Super-Ski», stellte der in Österreich lebende Rekord-Olympiasieger fest - und spendete den DSV-Männern Trost. "Keine Angst, die Deutschen kommen zurück. Sie sind besser als das heutige Resultat."

Uwe Jentzsch, dpa / DPA

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