61. Wahl Handballer sind "Sportler des Jahres"


Mehr als 1000 Sportjournalisten haben sie gewählt, die "Sportler des Jahres". Neben der Handball-Nationalmannschaft sind auch eine Biathletin und ein Turn-Ass vertreten. Boxerin Regina Halmich verpasste nur knapp den Sprung auf das Treppchen.

Biathlon-Königin Magdalena Neuner, Turn-Ass Fabian Hambüchen und die Handball-Weltmeister um Bundestrainer Heiner Brand sind die deutschen "Sportler des Jahres" 2007. Das ergab die von der Internationalen Sportkorrespondenz (ISK) durchgeführte 61. Wahl unter mehr als 1000 Sportjournalisten. Die Sieger wurden am Samstagabend von 700 geladenen Gästen beim "Familienfest des deutschen Sports" im Kurhaus von Baden-Baden gekürt. Das Trio trat die Nachfolge der Biathlon-Olympiasieger Kati Wilhelm und Michael Greis sowie der Fußball-Nationalmannschaft an, die im vergangenen Jahr triumphiert hatten.

Neuner ist nach Uschi Disl (2005) und Kati Wilhelm (2006) bereits die dritte siegreiche Biathletin hintereinander. Die inzwischen 20- Jährige eilte bei ihrer ersten WM unbekümmert von Sieg zu Sieg: Gold im Sprint, in der Verfolgung und mit der Staffel. Neuner sammelte 3410 Punkte und landete damit vor Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (2373) und Fußball-Torhüterin Nadine Angerer (1548). Boxerin Regina Halmich blieb zu ihrem Karriereende nur der vierte Platz.

Hambüchen klar vorne

Franka Dietzsch, die mit 39 Jahren in Osaka/Japan noch einmal Leichtathletik-Gold geholt hatte, hatte bei der von der Deutschen Sporthilfe organisierten Wahl im September auf Fuerteventura gewonnen. Dort war sie von ihren Sportkollegen zum "Champion des Jahres" gekürt worden.

Hambüchen gewann als erster Turner seit Eberhard Gienger 1978 und wurde für seine grandiosen Auftritte bei der Heim-Weltmeisterschaft in Stuttgart belohnt. Da hatte der 19-Jährige Gold am Reck, Silber im Mehrkampf und Bronze mit den deutschen Gerätkünstlern geholt. Hambüchen setzte sich ein gutes halbes Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking mit großem Abstand und 4575 Zählern vor Tischtennis-Europameister Timo Boll (1614) und Basketball-Profi Dirk Nowitzki (1530) durch.

Der NBA-Spieler ist zwar in den USA ein Star, war aber in seiner Heimat noch nie "Sportler des Jahres". Bester Handballer in der Einzelwertung wurde Michael Kraus. Der "Fußballer des Jahres", Mario Gomez vom VfB Stuttgart, kam auf Rang zehn.

In einem Jahr mit vielen Weltmeisterschaften in Deutschland (Handball, Rad, Turnen, Triathlon, Moderner Fünfkampf, Rudern, Kanu) nutzten die Handball-Heroen ihren Heimvorteil und ließen noch einmal das "Wintermärchen" aufleben. "Dieses Mal haben wir keine Lust, uns noch einmal von den Mädchen abfangen zu lassen", hatte Kreisläufer Christian Schwarzer bereits vor Baden-Baden angekündigt.

Denn 2004 hatten die Handball-Europameister den Hockey- Olympiasiegerinnen den Vortritt lassen müssen. Zuletzt waren sie 1978 "Mannschaft des Jahres". In diesem Jahr lagen Schwarzer, Kraus, Henning Fritz und Co. mit 4677 Punkten vor den Fußballerinnen (4118), die unter Trainerin Silvia Neid im fernen China mit einem 2:0- Finalsieg gegen Brasilien Weltmeister geworden waren. Auf Platz drei kam ebenfalls ein Handball-Team: Meister, Pokalsieger und Champions- League-Gewinner THW Kiel (1413).

Ulrike John/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker