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Boxen Boxing Day - Powerranking im Cruisergewicht


Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen des Cruisergewichts. Marco Huck konnte seinen WBO-Weltmeistertitel verteidigen und Firat Arslan wusste gegen Lubos Suda zu überzeugen. Wir haben uns die Gewichtsklasse genauer angesehen und ein Powerranking erstellt.

Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen des Cruisergewichts. Marco Huck konnte seinen Weltmeistertitel der WBO in München gegen Hugo Hernan Garay erfolgreich verteidigen. Firat Arslan und wusste in Göppingen gegen Lubos Suda zu überzeugen. Wir haben uns die Gewichtsklasse mal genauer angesehen und ein Powerranking der besten Cruisergewichtsboxer erstellt.

Ist Firat Arslan der nächste Huck-Gegner?

Sauerlands WBO-Weltmeister Marco Huck (33-1-0) konnte seinen Cruisergewichts-Gürtel gegen den Argentinier Hugo Hernan Garay (34-6-0) erfolgreich verteidigen. In einem durchaus engen Kampf im Münchner Olympia-Eisstadion gewann "Käpt'n" Huck letztlich durch zwei rechte Haken und eine Linke in der zehnten Runde, Garay ging zu Boden und kam nicht mehr rechtzeitig hoch. In Göppingen machte ein anderer Cruisergewichtsboxer auf sich aufmerksam, mit dem viele schon nicht mehr gerechnet hätten.

Firat Arslan (31-5-1) gelang die Revanche gegen den Tschechen Lubos Suda (23-6-1). Der ehemalige Weltmeister im Cruisergewicht nach Version WBA konnte immer wieder mit Aufwärtshaken durchkommen und setzte dann geschickt mit Körpertreffern nach. In der vierten Runde musste Suda, der Arslan 2003 über die Runden bezwingen konnte, nach Leberhaken zweimal zu Boden. In der fünften folgten erneut schmerzhafte Leberhaken des Rechtsauslegers und der Ringrichter brach den Kampf ab.

Promoter Ahmet Öner tönte danach: "Wenn Huck sich traut, seinen Titel gegen Firat aufs Spiel zu setzen, sehe ich Firat nach den Leistungen vom Wochenende klar vorne. Ich denke, vor Huck muss er keine Angst haben." Ist der bereits 40-Jährige Firat Arslan wirklich der richtige Gegner für Marco Huck? Sauerland-Event stellt sich eher eine Titelvereinigung mit WBC-Champ Krzysztof Wlodarczyk vor. Einen Überblick, wer der nächste adäquate Gegner des deutschen Weltmeisters seien könnte, gibt unser Powerranking im Cruisergewicht.

Die Erklärung zum Punktesystem:

In der Auswertung berücksichtigt wurden die Weltranglisten der vier großen Verbände WBC, WBA, WBO, IBF, die "computergestützte" IBO-Rangliste, die beiden "unabhängigen" Ranglisten von boxrec.com und fightnews.com sowie eine Einschätzung unserer Redaktion.

- Jeder Weltmeister eines der vier großen Verbände erhält 20 Punkte

- Jeder 1. jeder Rangliste erhält 15 Punkte, jeder 2. 14, jeder 3. 13 usw. bis zum 15., der noch 1 Punkt erhält

- Die erreichte Gesamtpunktzahl wird durch die Anzahl der Nennungen in den Weltranglisten dividiert, um einen Mittelwert zu erhalten, wobei die boxrec-Rangliste bei der Anzahl der Nennungen auf jeden Fall gezählt wird (unabhängig davon, ob der Boxer dort auftaucht oder nicht), weil die boxrec-Rangliste als "objektivstes" Punkte-System angesehen wird (die Ranglisten der Verbände werden von Kommissionen zusammengestellt und nicht errechnet)

- Der Quotient aus Punktzahl / Nennungen (inkl. 1 für boxrec) ergibt als Koeffizient die Grundlage für die Punkte-Rangliste

Das Powerranking im Cruisergewicht

10. Lateef Kayode
(17-0-0), Nigeria, 28 Jahre - Punkte: 9,25
Lateef "Power" Kayode lebt in den USA und wird dort von Gary Shaw geschickt aufgebaut. In seinem letzten Kampf hatte der Nigerianer keine Probleme mit Matt Godfrey, den er drei mal am Boden hatte, ehe er nach Punkten gewann.

9. Ola Afolabi
(17-2-3), England, 31 Jahre - Punkte: 9,5
Der Brite lebt in Los Angeles und soll zum Huck-Gegner in der WBO-Rangliste aufgebaut werden. Allerdings verlor Afolabi schon gegen Marco Huck (2009). Besser sah "Kryptonite" Afolabi gegen den früheren Titelträger Enzo Maccarinelli aus, den er in der neunten Runde KO schlagen konnte. Auch mit Arlsan-Gegner Lubos Suda hatte Afolabi wenig Probleme. Ob er allerdings in die Spitze des Cruisergewichts gehört, ist fraglich.

8. Alexander Frenkel
(23-0-0), Deutschland, 26 Jahre - Punkte: 9,75
Wer erinnert sich nicht an den sensationellen KO im Kampf um die Europameisterschaft gegen Enzo Maccarinelli in Birmingham im September 2010. Danach ist es ruhig geworden, um Frenkel. Der Grund ist seine Handverletzung. Sollte der schlagstarke, aber als trainingsfaul geltenede Sauerland-Boxer diese Verletzung nicht in den Griff kriegen, ist seine hoffnungsvolle Karriere schneller zu Ende, als sie begonnen hat.

7. Guillermo Jones
(37-3-2), Panama, 39 Jahre - Punkte: 11
Guillermo "El Felino" Jones hat in den letzten vier Jahren nur drei Mal geboxt. Sollte der WBA-Titelträger seinen Gürtel verlieren werden viele in der Branche aufatmen. Das könnte im Kampf um die WBA-Krone schon bald passieren, denn Jones muss sich am 27. August mit Interims-Titelträger Yoan Pablo Hernandez messen. Unser Tipp: Hernandez mit Ulli Wegner an der Seite gewinnt klar.

6. Danny Green
(31-3-0), Australien, 38 Jahre - Punkte: 11,33
The Green Machine konnte schon BJ Flores, Roy Jones Jr. und auch Markus Beyer schlagen. Als nächstes will er seinen IBO-Gürtel gegen Antonio Tarver verteidigen. Green ist ein interessanter Gegner für Huck, eine Titelvereinigung wäre machbar.

5. Denis Lebedev
(22-1-0), Russland, 31 Jahre - Punkte: 11,63
Lebedev schlug Alexander Alexeev krachend KO. Danach verlor er äußerst umstritten gegen Marco Huck nach Punkten. Der Russe hätte eine weitere Chance um einen Titel zu boxen verdient. Er ist ein wahrer KnockOuter.

4. Krzysztof Wlodarczyk
(45-2-1), Polen, 29 Jahre - Punkte: 11,75
Alle wollen gegen den Polen Wlodarczyk boxen, gilt er vielen doch neben Jones als schwächster Weltmeister im Cruisergewicht. Man sollte den WBC-Champion aber nicht unterschäzen.

3. Yoan Pablo Hernandez
(24-1-0), Kuba, 26 Jahre - Punkte: 14,25
Der von Sauerland aufgebaute Kubaner sollte gegen Guillermo Jones eigentlich gewinnen können. Danach wäre die Tür für ein Turnier im Cruisergewicht offen, da Sauerland dann drei der viert Titel (Huck, Cunningham, Hernandez) im eigenen Stall halten würde und Wlodarczyk einer Teilnahme offen gegenüber stehen würde. Eine Titelvereinigung im eigenen Stall scheint aber ebenfalls möglich, wenn der Kubaner den Mann aus Panama schlägt.

2. Marco Huck
(33-1-0), Deutschland, 26 Jahre - Punkte: 15,25
Marco Huck könnte gegen Lebedev beweisen, dass sein Sieg nicht dem Heimvorteil geschuldet war. Er könnte einen in Deutschland durchaus attraktiven Kampf gegen den widererstarkten Firat Arlsan anstreben. Allerdings scheint es eher auf eine Unification gegen Krzysztof Wlodarczyk hinzulaufen. Auf Dauer freuen wir uns auch auf einen Kampf gegen die Nummer eins: USS Cunningham!

1. Steve Cunningham
(24-2-0), USA, 35 Jahre - Punkte: 16,25
Der Amerikaner gilt als der beste Cruisergewichtsboxer. Er schlug Marco Huck 2007, verlor allerdings gegen Tomasz Adamek (der nun gegen Vitali Klitschko im Schwergewicht boxt) und auch den ersten Kampf gegen Krzysztof Wlodarczyk. Marco Huck ist nun wesentlich reifer geworden und ein Kampf der beiden wäre ein Spektakel. Wann Sauerland seine beiden besten Pferde gegeneinander schickt, ist allerdings noch nicht klar. Wir sind gespannt!

Bis zur nächsten Woche, Ihr Michel Massing!

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