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BOXEN: Erste Schwergewichts-WM in China

Zum ersten Mal in der Geschichte des professionellen Boxsports wird in China um einen Weltmeister-Titel gekämpft werden.

Zum ersten Mal in der Geschichte des professionellen Boxsports wird in China um Weltmeister-Titel gekämpft werden. Schauplatz der Premiere ist Peking. Dort kommt es am 5. August zum dritten Duell zwischen dem Weltmeister nach WBA-Version, John Ruiz (USA), und seinem entthronten Landsmann Evander Holyfield. »Mit diesem Event werden wir ein neues großes Kapitel in der Box-Geschichte schreiben. Ich wollte dort schon lange veranstalten, jetzt ist es endlich soweit«, frohlockte Promotor Don King, als er gestern in New York den »historischen Fight« verkündete. Als Ehrengast will er US-Präsident Georg Bush einladen.

Millionen-Börse

Ruiz, der im März die Revanche gegen Holyfield klar für sich entschieden hatte, erhält eine Börse von vier Millionen Dollar. Holyfield kassiert drei Millionen Dollar. Einen Tag nach ihrer Präsentation verabschiedete sich Don King mit den Boxern nach China zu einem einwöchigen Promotion-Trip.

Bei der Veranstaltung in Peking soll auch der von King in der Vorwoche überraschend unter Vertrag genommene Hasim Rahman seine erste Titelverteidigung bestreiten. Herausforderer des 28 Jahre alten WBC- und IBF-Champions aus Baltimore ist Brian Nielsen. Für diesen Kampf sind Rahman fünf Millionen Dollar garantiert. Wenn er gewinnt, soll er laut King gegen den Sieger des Duells Ruiz - Holyfield boxen, wofür ihm 15 Millionen Dollar zugesichert wurden.

Gerichtliche Hürden

Ehe King jedoch seine China-Ambitionen wahr machen kann, muss er vermutlich noch einige gerichtliche Hürden nehmen. Erzfeind Mike Tyson hat gegen ihn und Rahman gestern in New York eine 40-seitige Schadensklage in Höhe von 75 Millionen Dollar eingereicht. Der Ex-Champion besteht darauf, als Ranglisten-Erster der WBC auch erster WM-Herausforderer für Rahman zu sein.

Weitere Klagen

Millionen-Klagen gegen Rahmans erste Titelverteidigung haben auch der von ihm entthronte Brite Lennox Lewis und David Tua eingereicht. Lewis, der am 21. April in Südafrika gegen Rahman in der 5. Runde k.o. gegangen war, fordert sein vertragliches Rückkampfrecht ein. Tua pocht als Ranglisten-Erster der IBF auf das Recht der Erst-Herausforderung. Juristische Schritte hat zudem Rahmans bisheriger Promotor Cedric Kushner eingeleitet. Er habe angeblich einen gültigen Vertrag mit dem umworbenen Faustkämpfer muslimischen Glaubens, der in dieser Woche eine achttägige Pilgerreise nach Mekka antreten wird.

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