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DEUTSCHLANDTOUR: Erik Zabels Sprint-Revanche

Wie erwartet stellt die Deutschland-Tour jetzt schon die Weichen für die in knapp sechs Wochen beginnende Tour de France.

Wie erwartet stellt die Deutschland-Tour jetzt schon die Weichen für die in knapp sechs Wochen beginnende Tour de France. »Ich schätze, Tom Steels wird bei der Tour mein größter Konkurrent im Kampf um Etappensiege und das Grüne Trikot. Außerdem rechne ich bei den Sprintankünften mit Jaan Kirsipuu und Damien Nazon«, sagte Erik Zabel gestern nach seinem ersten Etappen-Erfolg bei der Deutschland-Rundfahrt in Erfurt.

Erwartungsdruck

»Der Etappenverlauf war heute ideal für Erik. Erst die leichten Steigungen, über die er im Vergleich zu den anderen Sprintern am besten kommt. Dann die leicht ansteigende Zielgerade - alles perfekt«, sagte Ex-Sprinter Marcel Wüst, der nach seiner Augenverletzung vor dem Karriereende steht. »Natürlich fällt mir ein Stein vom Herzen. Auf uns lastet hier schon ein enormer Erwartungsdruck vor eigenem Publikum, auch wenn es natürlich nicht die Tour de France ist«, sagte Zabel, der nach seiner leichten Sturzverletzung vom Vortag am Arm bandagiert war.

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Die Ergebnisse der ersten Etappe: Erik Zabel im Sprint-Pech

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In Erfurt feierte Zabel seinen zwölften Erfolg in diesem Jahr. Der Sieg stand kurz vor Ende auf Messers Schneide. Denn so gut seine Team-Kollegen sich für ihren Kapitän an der Spitze des Feldes ins Zeug gelegt hatten, so verlassen war Zabel auf den entscheidenden letzten 1200 Metern. »Wir hatten uns etwas verkalkuliert und den Wind unterschätzt. Ich war plötzlich alleine und musste mich an den Saeco- und Lotto-Fahrern orientieren«, sagte der fünffache Gewinner des Grünen Tour-de-France-Trikots.

Verpflichtung

Dem Weißen Trikot des Spitzenreiters im Gesamtklassement misst Zabel nicht unbedingt große Bedeutung bei, denn er weiß, dass er es spätestens nach dem Zeitfahren am Samstag wieder los sein dürfte. »Das Trikot macht mich nicht unbedingt glücklich. Es ist für das Team auch eine große Verpflichtung. Aber ich bin ja bekanntlich nicht der beste Zeitfahrer«, gab Zabel zu bedenken, der auch auf der »Königsetappe« am Sonntag durch den Schwarzwald nicht zu den Favoriten gerechnet werden darf.

Der Begriff »Verpflichtung« hat für Zabel, der mit einer kleinen Ausnahme seit Februar im erfolgreichen Dauereinsatz für sein Team strampelt, eine besondere Bedeutung: »So einfach mitrollen kann ich nicht. Ich habe eine Verantwortung«, sagte der vierfache Gewinner von Mailand-San Remo, dem das Fehlen von Super-Sprinter Mario Cipollini bei der Tour de France nicht in den Kram passt.

»Ich habe eine Verantwortung«

Wie sich Jan Ullrich für den ebenfalls ausgeladenen Marco Pantani stark gemacht hatte (»Solch eine schillernde Figur gehört einfach zur Tour«), setzte sich auch Zabel für »Super-Mario« ein. Allerdings nicht zuletzt aus eigennützigen Überlegungen: »Durch den Ausschluss seines Saeco-Teams fehlt eine Mannschaft, die das Feld für Massensprints zusammenhalten kann. Dadurch hatten wir in der Vergangenheit oft weniger Arbeit in der Schlussphase.«

Die ersten zehn in Erfurt:

1. Erik Zabel

2. Igor Pugaci

Gennadi Michailow

4. Sven Teutenberg

5. Robbie McEwen

6. Peter Wrolich

7. Jens Zemke

8. Saulius Ruskys

9. Kurt-Alse Arvesen

10. Paolo Bettini

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