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Tour de France: Cavendish siegt und überholt Lehrer Zabel

Top-Sprinter Mark Cavendish macht mit seinem Sieg auf der 11. Tour-de-France-Etappe einen Hattrick perfekt - und seinen Lehrmeister Erik Zabel glücklich. Allerdings gab es im heißen Finale einige Unsportlichkeiten.

Der Brite Mark Cavendish hat den Sprint-Hattrick perfekt gemacht und mit dem 11. Tour-Etappensieg seinen Lehrmeister Erik Zabel übertroffen. Das Columbia-Ass Cavendish entschied bei der 97. Frankreich-Rundfahrt die dritte Massenankunft in Serie für sich und hat schon im zarten Alter von 25 Jahren Sprint-Legenden wie Zabel und Mario Cipollini hinter sich gelassen.

"Chapeau. Das war ein super Sprint", sagte der überglückliche Zabel und fiel seinem Schützling um den Hals. "Da schlagen immer zwei Herzen in der Brust. Wenn so ein Junge kommt, ist das toll. Auf der anderen Seite ist es nicht schön, einen Platz in der Rangliste zu verlieren."

Rüpeleien vor dem Ziel

Allerdings hatte sich Cavendishs Anfahrer Mark Renshaw aus Australien im heißen Finale den Weg mit zwei Kopfstößen gegen den Farrar-Anfahrer Julian Dean (Neuseeland) freigemacht. Die Rennjury schloss Renshaw später wegen irregulärer Fahrweise von der Tour aus.

"Dean hat versucht, Renshaw in den Zaun zu fahren. Er hat sich nur gewehrt und das richtig gemacht", sagte Cavendishs Sportchef Rolf Aldag. "Sprint ist keine Kindergeburtstag", meinte Zabel.

Schleck bleibt vorn

Der als Rüpel verschriene Cavendish verwies am Donnerstag im Ziel der 11. Etappe in Bourg-Lès-Valence über 184,5 Kilometer den italienischen Radprofi Alessandro Petacchi und den US-Sprinter Tyler Farrar auf die Plätze. "Das war heute schwierig zu organisieren. Ich musste sehr früh los und das war von mir eher ein Ausreißversuch als ein Sprint", sagte Cavendish. Nach seinem dritten Streich hat der Brite jetzt auch wieder Chancen in der Punktewertung, die nun Petacchi vor Titelverteidiger Thor Hushovd aus Norwegen anführt. Cavendish verbesserte sich von Platz fünf auf vier.

Vor der anspruchsvollen Ankunft am Freitag in Mende blieb im Gesamtklassement an der Spitze noch einmal alles beim Alten. Andy Schleck versetzt das Großherzogtum Luxemburg weiter in helle Aufregung und verteidigte das Gelbe Trikot mit 41 Sekunden Vorsprung auf Vorjahressieger Alberto Contador und 2:45 Minuten vor dessen spanischem Landsmann Samuel Sanchez. Der in den Alpen gedemütigte Lance Armstrong scheint sich auf's Altenteil zurückgezogen zu haben. Auch am Donnerstag rollte der 38 Jahre alte Rekordsieger nur mit.

SID/DPA / DPA

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