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Diamond-League-Meeting in Oslo: Usain Bolt gewinnt - und rennt Blumenmädchen um

Beim Diamond-League-Meeting in Oslo waren alle Augen wieder auf Usain Bolt gerichtet. Der bestätigte die Aufmerksamkeit und gewann die 100-Meter-Strecke. Am Ende war er sogar zu schnell für das Blumenmädchen.

Als Diskuswerferin Nadine Müller und Kugelstoßer David Storl auf der Tribüne schon über ihren Wettkampf plauderten, da startete Usain Bolt im Bislett-Stadion gerade seine Ein-Mann-Show. "Ich bin glücklich, in Oslo zu sein. Alles wunderbar hier, die Sonne scheint auch - wie bei uns zu Hause in Jamaika", meinte der 100-Meter-Weltrekordler. Schon zwei Stunden vor seinem Start beim Diamond-League-Meeting jubelten die 15.000 Zuschauer dem Superstar in der ausverkauften Arena zu.

Bolt siegt erneut

Und der Jubel kannte dann auch nach seinem Zieleinlauf kaum Grenzen. Bolt gewann das Meeting in Oslo in starken 9,79 Sekunden und hängte seinen Landsmann Asafa Powell im zwölften Duell bereits zum elften Mal ab. Seine eigene Jahresweltbestzeit verfehlte Bolt dabei nur um drei Hundertstelsekunden.

Sympathische Bilder gab es nach dem Zieleinlauf als Usain Bolt seinen Sieger-Blumenstrauß überreicht bekommen sollte. Das norwegische Blumenmädchen wurde von Bolt, der noch am Auslaufen war, quasi über den Haufen gerannt. Bolt fing sie rechtzeitig auf und hielt sie noch kurz fest bis sie sich von ihrem Schock erholt hatte und die Schamesröte langsam wieder aus ihrem Gesicht gewichen war.

Powell wurde in 9,85 Sekunden Zweiter, Lerone Clarke machte in 10,10 Sekunden den Dreifach-Erfolg der Sprintnation Jamaika perfekt. Powell blieb zum 77. Mal in seiner Karriere unter der 10-Sekunden-Marke, Bolt zum 29. Mal. 100-Meter-Weltmeister Yohan Blake (Jamaika) startet erst am kommenden Samstag beim Diamond-League-Meeting in New York wieder.

Diskuswerferin Müller und Kugelstoßer Storl zufrieden

Diskuswerferin Nadine Müller war am Oslo-Fjord Zweite geworden. Die WM-Zweite aus Halle/Saale schleuderte die Ein-Kilo-Scheibe 63,60 Meter weit und musste sich damit nur der Europameisterin Sandra Perkovic aus Kroatien (64,89 Meter) geschlagen geben. Dritte im Bislett-Stadion wurde mit 63,57 Metern die Kubanerin Yarelis Barrios, die bei der WM 2011 in Daegu Bronze geholt hatte.

"Das war in Ordnung, schließlich habe ich aus dem vollen Training heraus geworfen. Dass da keine Bombenweite zu erwarten war, war klar. Ich bin aber im grünen Bereich", sagte die 26-Jährige. Keine der acht Werferinnen kam annähernd an Müllers Jahresweltbestleistung von 68,89 Meter heran.

Kugelstoßer Storl mit drittem Platz zufrieden

Auch Kugelstoß-Weltmeister David Storl konnte sich mit seinem dritten Platz und der Weite von 20,69 Meter anfreunden. "Technisch muss ich das noch besser auf die Reihe kriegen, aber ich kann ja nicht von Mai bis September in jedem Wettkampf über 21 Meter stoßen", sagte der 21-Jährige aus Chemnitz.

Olympiasieger Tomasz Majewski (Polen) gewann die Konkurrenz mit 21,36 Metern vor dem WM-Zweiten Dylan Armstrong (Kanada), der die Kugel 20,82 Meter weit stieß. Die starken Amerikaner um Ex-Weltmeister Reese Hoffa, der mit 21,81 Metern bester Kugelstoßer im Olympia-Jahr ist, waren in Oslo allerdings nicht am Start.

Stabhochspringer Mohr mit couragierter Leistung

Stabhochspringer Malte Mohr ist nach einer couragierten Vorstellung Zweiter geworden. Der 25-Jährige vom TV Wattenscheid überquerte die Latte bei 5,62 Meter und musste sich nur Europameister Renaud Lavillenie geschlagen geben: Der kleine Franzose gewann die Konkurrenz im Bislett-Stadion mit 5,82. Björn Otto (Uerdingen/Dormagen) wurde mit 5,42 Metern Sechster.

Überraschungs-Weltmeister Pawel Wojciechowski aus Polen leistete sich einen "Salto nullo" und wurde ohne gültigen Versuch Letzter. An den 13 Jahre alten Stadionrekord von Altstar Tim Lobinger, der im Bislett die 6,00 Meter gemeistert hatte, kam diesmal keiner der Stabartisten heran.

Im Dreisprung kassierte Weltmeister Christian Taylor eine überraschende Niederlage: Der Amerikaner kam mit 17,06 Metern nicht über Platz zwei hinaus - seine Jahresweltbestleistung verfehlte er immerhin um 56 Zentimeter. Sieger wurde der Russe Lyukman Adams, der in der Abendsonne drei Zentimeter weiter als der Weltmeister sprang.

sportal.de / sportal

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