Dietmar Hopp "Man kann den Hoeneß nicht mehr ernst nehmen"


Zoff mit den Bayern und eine fristlose Kündigung: Bei 1899 Hoffenheim ist Feuer unterm Dach. Mäzen Dietmar Hopp geht verbal auf Uli Hoeneß los. Außerdem kündigt der Club einem erst kürzlich verpflichteten Spieler, weil der angeblich einen Herzfehler hat.

Der Zoff mit Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß ist noch nicht ausgestanden, da droht 1899 Hoffenheim wegen der fristlosen Kündigung von Neuzugang Prince Tagoe neuer Ärger. Der Fußball-Bundesligist hat sich bereits am 30. Juli - nur 51 Tage nach der Verpflichtung - von dem 22 Jahre alten Stürmer getrennt und am Tag darauf fällige Beraterhonorare und Handgelder in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro nicht gezahlt. Dies berichtet die "Sport-Bild" in ihrer aktuellen Ausgabe.

Grund für die Trennung sollen Herzprobleme bei Tagoe sein, die bei einer Untersuchung in Heidelberg vor zwei Wochen festgestellt wurden. "Aufgrund der momentanen Sachlage können wir es nicht verantworten, Prince Tagoe an irgendwelchen sportlichen Aktivitäten des Clubs teilnehmen zu lassen. Wir haben derzeit leider auch keine Anhaltspunkte dafür, dass sich dies zukünftig ändern wird. Vor diesem Hintergrund konnte daher das Arbeitsverhältnis mit dem Spieler nicht aufrechterhalten werden", bestätigte der Verein am Mittwoch in einer Pressemitteilung die Trennung von Tagoe.

Tagoe will sich wehren


Der Ghanaer, der am 9. Juni einen Dreijahresvertrag unterschrieb, will seinen Rauswurf jedoch nicht akzeptieren. Den üblichen Medizin-Check bei Vereinsarzt Pieter Beks hatte der ablösefrei vom saudi-arabischen Club Al-Ittifaq Dammam ins Kraichgau geholte Tagoe ohne Auffälligkeiten bestanden. Zudem soll eine kürzlich durchgeführte zweite Untersuchung bei einem anderen Herzspezialisten die erste Diagnose nicht bestätigt haben. "Hoffenheim ist darauf hingewiesen worden, dass die Kündigung auf jeden Fall unwirksam ist. Nach derzeitigem Stand der medizinischen Untersuchung ist nicht davon auszugehen, dass in irgendeiner Art und Weise die Spiellizenz für Prince Tagoe gefährdet ist", sagte Tagoes Anwalt Markus Buchberger.

Dem widersprach der Bundesligist am Mittwoch. "Entgegen der Auffassung des Anwalts von Prince Tagoe müssen wir nach dem derzeitigen Stand der medizinischen Untersuchungen leider davon ausgehen, dass Prince Tagoe die Spiellizenz entzogen werden wird. Ein Untersuchungs-Ergebnis, das dieser Einschätzung widerspricht oder entgegensteht, liegt uns bis zum heutigen Tage nicht vor und ist uns auch nicht bekannt", teilt Hoffenheim mit. Im ersten Saisonspiel gegen Bayern München (1:1) stand Tagoe nicht im 1899-Kader. Sein Fehlen wurde vom Verein offiziell mit einer Grippe begründet.

Giftpfeile in Richtung München


Derweil haben Trainer Ralf Rangnick und Mäzen Dietmar Hopp im Streit mit Uli Hoeneß neue Giftpfeile in Richtung München gesandt. "Herr Hoeneß redet dummes Zeug", sagte Rangnick der "Rhein-Neckar- Zeitung" (Mittwoch). Er reagierte auf Aussagen von Hoeneß, in denen der Bayern-Manager nach dem 1:1 zum Liga-Auftakt die "Rambo-Attacke" von Mark van Bommel gegen Hoffenheims Isaac Vorsah verharmlost und das Opfer zum Täter gestempelt hatte. "Völliger Blödsinn. Niemand außer Hoeneß sieht das so. Es ist absurd zu sagen, dass da nichts war", echauffierte sich Rangnick. Auch Hopp goss neues Öl ins Feuer. "Man kann den Uli Hoeneß nicht mehr ernst nehmen. Wenn er das so gesehen hat, dann lebt er halt in einer Traumwelt", meinte Hopp.

Eric Dobias/DPA


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