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Dream-Team IV: Optimismus der US-Basketballstars

Kein Zweifel am Olympiasieg erlaubt. Die Stars der nordamerikanischen Basketball-Profiliga (NBA) wollen in Athen den 1992 begonnenen Triumphzug der USA fortsetzen.

Zumindest in ihrem Optimismus sind sie unschlagbar. "Wir garantieren die Goldmedaille. Wir bringen sie nach Hause", tönte Carmelo Anthony von den Denver Nuggets beim Trainingsauftakt des so genannten "Dream-Team IV", das am Mittwoch in Köln von der deutschen Mannschaft mit NBA-Star Dirk Nowitzki geprüft wird. Headcoach Larry Brown sträuben sich bei solchen Äußerungen die Nackenhaare. "Das sind Sprüche eines kleines Kindes", erwiderte der Erfolgstrainer mit ernster Miene. Wohlwissend, dass es die von ihm betreute Nationalmannschaft so schwer wie kein anderes Team zuvor haben wird, Olympiasieger zu werden.

Wichtige Akteure fehlen

Der Jahrgang 2004 ist kein wirkliches Dream-Team, so wie die Mannschaften von 1992, 1996 und 2000, die in 24 Spielen ungeschlagen blieben und sich ausschließlich aus NBA-All-Stars zusammensetzten. Herausragende Akteure wie Shaquille O’Neal, Kobe Bryant, Karl Malone, Jason Kidd, Vince Carter, Tracy McGrady, Kevin Garnett oder Mike Bibby haben aus Angst vor Terroranschlägen oder privaten Gründen auf ihre Berufung verzichtet.

Das jüngste Olympia Dream-Team

Von den Routiniers mit klangvollen Namen sind nur Allen Iverson (Philadelphia 76ers), mit 29 Jahren ältester Spieler der Mannschaft, Kapitän Tim Duncan (San Antonio Spurs/28) und Stephon Marbury (New York Knicks/27) übrig geblieben. Allerdings stehen mit Jahrhundert- Talent LeBron James (Cleveland Cavaliers/19), Dwyane Wade (Miami Heat/22) und Carmelo Anthony (20) auch die drei besten "Rookies des Jahres" im Aufgebot, das mit einem Altersdurchschnitt von 23,6 Jahren das jüngste der bisherigen vier olympischen Auswahl-Teams ist.

Manschaft der Egozentriker

Lediglich drei Wochen bleiben Larry Brown, um aus einem Dutzend Egozentrikern eine verschworene Gemeinschaft zu formen. Wie schwer dies wird, zeigte sich bereits am Wochenende beim ersten Testspiel gegen Puerto Rico (96:71). Weil Iverson, James und Amare Stoudemire zu spät zur Team-Besprechung kamen, suspendierte der Coach das Trio kurzerhand für die Partie. "Das ist vergessen. Es wird nicht wieder vorkommen und die Drei werden im nächsten Spiel dabei sein", sagte Brown.

Nach der Deutschland-Visite mit den Spielen gegen Italien (Dienstag) und die DBB-Auswahl reist die US-Auswahl nach Belgrad und Istanbul weiter, wo die letzten Tests gegen Weltmeister Serbien & Montenegro sowie die Türkei anstehen. Am 12. August trifft das Team dann in der Olympia-Stadt ein.

Schmach der Weltmeisterschaft 2002

Durch das Debakel bei der Weltmeisterschaft 2002 im eigenen Land, als die Gastgeber nach Niederlagen gegen Argentinien, Spanien und Jugoslawien nur Sechster wurden, lastet ein zusätzlicher Wiedergutmachungsdruck auf dem Ensemble. Nach dem Duell gegen Serbien & Montenegro werde er wissen, wozu das Team in der Lage ist, sagte Brown, der im Juni die Detroit Pistons sensationell zum NBA- Titelgewinn geführt hatte. "Die Jungs lieben es, Basketball zu spielen. Trotz ihrer Jugend beherrschen sie das Spiel exzellent. Wenn sie den anderen Teams den notwendigen Respekt entgegenbringen und begreifen, wie gut auch die anderen Basketball spielen können, dann mache ich mir um unseren Erfolg keine großen Sorgen", verbreitete auch Brown Optimismus.

Von Gunnar Meinhardt, DPA

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