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Eishockey: "Die Liga boomt"

Die Deutsche Eishockey-Liga DEL startet mit Stars aus der NHL und modernen Hallen in die neue Saison. Streit herrscht dagegen noch über die Vergabe der TV-Rechte.

Neue Stars, neue Hallen, neues Selbstbewusstsein - aber noch keine TV-Bilder: Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) sieht sich vor ihrer elften Spielzeit so gut aufgestellt wie nie und lässt sich deshalb bei den Verhandlungen mit dem langjährigen Fernsehpartner "Premiere" nicht in die Enge treiben. "Wir haben ein exzellentes und immer besser präsentiertes Produkt anzubieten, das wir keinesfalls unter Wert verkaufen werden", sagt DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. "Deshalb werden wir ein Rechte- Dumping nicht mitmachen." Erstmals seit Gründung der Liga vor zehn Jahren wird es deshalb am ersten Doppelspieltag keine Live-Bilder im TV zu sehen geben.

Abschied vom Negativimage

Vorbei die Zeiten von Vereinspleiten, Modusänderungen, Streitereien mit dem Dachverband DEB, Prügeleien und fast nur mit ausländischen Profis besetzten Mannschaften: Die DEL hat sich nach Ansicht Tripckes längst zu einem Musterbetrieb gewandelt. Die Phase, in der Eishockey im Allgemeinen und die DEL im Besonderen ein Negativimage hatten, sei Vergangenheit, sagt der Geschäftsführer. Vor allem durch die vorübergehende Rückkehr der deutschen NHL-Stars Marco Sturm (San José) und Jochen Hecht (Buffalo) erhofft sich die Liga nie da gewesenen Glanz.

Die beiden Nationalspieler werden den Arbeitskampf in der nordamerikanischen Profiliga NHL in der Heimat überbrücken. Sturm wird für den ERC Ingolstadt auf Torejagd gehen, Hecht für seinen Heimatverein Adler Mannheim. Der 26-jährige Sturm, Kapitän der Nationalmannschaft, hat sich offenbar auf einen längeren Verbleib in Oberbayern eingestellt: "Ich will Ingolstadt in die Playoffs schießen".

Chance für deutsche Spieler

Sturm und Hecht stehen für einen weiteren Trend in der Eliteliga. Durch die weitere Reduzierung des Ausländerkontingentes von zwölf auf elf Spieler sind die einheimischen Profis wieder in der Überzahl. "Keine andere Profiliga hat so viele einheimische Spieler wie wir", erklärte Tripcke. Um dieses Element zu stärken, verzichtete die Liga auch bewusst auf die Vergabe von Wild Cards für ausländische Profis in der Phase des Arbeitskampfes in der NHL.

Der erstmals in vollem Umfang in Kraft tretende Vertrag mit Ligasponsor "Gelbe Seiten" und die seit Jahren kontinuierlich steigenden Zuschauerzahlen sorgen für eine finanziell solide Basis der Liga. Zudem geht erstmals jeder Club mit einem Hauptsponsor in die Saison. Mit durchschnittlich 5600 Zuschauern pro Spiel erzielte die DEL in der vergangenen Saison zudem eine neue Besucher-Bestmarke, die gesteigert werden soll.

DEL-Klubs mit großen Zukunftsplänen

Weitere Qualitäts-Steigerungen sind geplant. Die Krefeld Pinguine verlassen im Dezember die 70 Jahre alte Rheinlandhalle und tragen ihre Heimspiele im neuerbauten König Palast aus, einer Multifunktionshalle für 8000 Besucher. Die Hannover Scorpions kehren wieder in die 11 000 Zuschauer fassende Preussag Arena zurück; Mannheim bestreitet seine letzte Saison im alten Friedrichspark. Aufsteiger Grizzly Adams Wolfsburg brachte seinen Eispalast mit aufwendigen Umbaumaßnahmen auf Vordermann. Der souveräne Zweitliga- Meister der Vorsaison, dank der VW-Hilfe mit dem zehntgrößten Etat von 3,5 Millionen ausgestattet, ersetzt die Wölfe Freiburg.

Dino Reiser/DPA / DPA

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