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Eishockey: Sven Felski vor 900. DEL-Spiel

Sven Felski ist in Berlin schon länger im Amt als Klaus Wowereit. Und das ist auch gut so. "Bürgermeister" nennen die Eisbären-Fans den inzwischen 37-Jährigen Stürmer, der in Nürnberg am Freitag vor seinem 900. Spiel in der DEL steht.

Erst ein Spieler konnte in der DEL bisher die Marke von 900 Spielen erreichen: der Kölner Verteidiger Mirko Lüdemann. Nach dem Lausitzer schickt sich nun ein zweiter Ostdeutscher an, in den Kreis der Neunhunderter aufgenommen zu werden: Sven Felski, den sie in Berlin ehrfurchtsvoll den "Bürgermeister" nennen.

Am Freitag könnte der 37-jährige Stürmer der Eisbären im Gastspiel in Nürnberg  die Rekordmarke erreichen. "Ich bin schon ziemlich stolz, dass ich diesen Meilenstein erreichen werde", sagt Felski, "besonders deshalb, weil ich alle 900 Spiele für ein und denselben Verein bestritten habe."

Nur Mirko Lüdemann von den Kölner Haien hat in der DEL mehr Partien absolviert (941), ist genau wie Felski über all die Jahre einem Club treugeblieben. Seit seiner Kindheit ist Felski in Hohenschönhausen aktiv: Erst versuchte er sich als Eiskunstläufer, vom zehnten Lebensjahr an dann wesentlich erfolgreicher als Eishockeyspieler beim SC Dynamo, dem Vorgänger der Eisbären.

Bürgermeister von Berlin - König der Strafminuten

In bisher 899 Begegnungen erzielte der Stürmer, der von der Außenposition ins Zentrum umgeschult wurde - aber bei Personalnot wie in diesen Wochen auch in der Abwehr spielen kann - 220 Tore und bereitete 342 Treffer vor. Außerdem kommt er auf 1753 Strafminuten: In dieser ewigen DEL-Bestenliste ist Felski die klare Nummer eins.

Seit 1992 steht Felski im Profikader der Berliner. Mittlerweile bestreitet der Ex-Nationalspieler, der nach zehn Weltmeisterschaften, zwei Olympischen Spielen und insgesamt 159 Länderspielen im Sommer 2010 seinen Rücktritt aus der deutschen Auswahl verkündete, die 20. Erstligasaison für seinen Stammverein.

Auch als es dem Club Mitte der 90er Jahre sportlich und vor allem wirtschaftlich schlecht ging, hielt Felle den Eisbären die Treue. "Klar war es blöd, wenn man sechs Monate auf sein Geld wartet", sagt Felski im Rückblick auf jene Zeit, "aber man sieht die ganze Situation anders, wenn es sich dabei um seinen Heimatclub handelt."

Die Entscheidung zu bleiben, erwies sich als goldrichtig. Fünf Meistertitel beweisen es. Es ist nicht verwunderlich, wenn sich Berlins Manager Peter John Lee seinen treuesten Profi noch eine weitere Saison im Trikot des DEL-Rekordmeisters vorstellen kann. "Egal was passiert, Sven bleibt bei den Eisbären – ob nun weiter als Spieler oder im Management. Alles ist offen", sagte Lee kürzlich in einem Interview.

sportal.de / sportal

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