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Eisschnelllauf: Anni Friesinger feiert Weltcup-Sieg

Olympiasiegerin Anni Friesinger hat in Calgary den 26. Weltcup-Sieg ihrer Karriere geschafft. Die Inzellerin verpasste über 1500 Meter ihren eigenen, erst sieben Tage alten Weltrekord nur haarscharf.

Die deutschen "Golden Girls" haben auf dem "Sahneeis" von Calgary einen überragenden Einstieg in die Olympia- Saison geschafft. Die frisch gebackene Weltrekordlerin Anni Friesinger verbuchte am Sonntagabend auf ihrer Paradestrecke über 1500 Meter ihren 26. Weltcup-Sieg und blieb nur 0,26 Sekunden über ihrer sieben Tage alten Bestmarke. Friesinger lag auch diesmal bis zur letzten Runde klar auf Weltrekordkurs, doch auf den letzten Metern fehlte der Olympiasiegerin ein wenig die Kraft. Claudia Pechstein vollendete als Zweite den deutschen Doppelerfolg. In 1:54,92 wuchs sie über sich hinaus und blieb zum zweiten Mal in ihrer Karriere unter 1:55 Minuten.

Obwohl sie zum Auftakt der Olympia-Saison ihren 3000-Meter- Weltrekord an Cindy Klassen verloren hatte, konnte die viermalige Olympiasiegerin Pechstein auch tags zuvor über Platz zwei und die drittschnellste je gelaufene Zeit von 3:57,99 Minuten strahlen. Anni Friesinger hatte im schnellsten 3000-Meter-Rennen der Eisschnelllauf- Geschichte ihre persönliche Bestmarke auf 3:58,52 Minuten verbessert und wurde Dritte. Für einen weiteren Weltrekord sorgten die kanadischen Herren, die die Bestmarke der Niederlande in der Team- Verfolgung gleich um knapp sieben Sekunden auf 3:39,69 Minuten schraubten.

Pechstein gratuliert neuer Weltrekordhalterin

"Es ist zwar ein bisschen schade, dass der Weltrekord nun weg ist. Aber das war heute ein Wahnsinns-Lauf von Cindy, da kann man ihr nur gratulieren", sagte Claudia Pechstein. In 3:55,75 Minuten hatte die Kanadierin die Bestmarke der 33-jährigen Berlinerin aus dem Olympia- Rennen 2002 in Salt Lake City gleich um 1,95 Sekunden verbessert. "Es hat mir sehr geholfen, dass ich gegen Claudia gelaufen bin. Der starke Saisoneinstieg gibt mir Sicherheit", sagte die Olympia- Favoritin aus Winnipeg.

Da Pechstein bei einem Wechsel im Duell mit der Doppel- Weltmeisterin etwas zurückziehen musste und so etwa eine halbe Sekunde verlor, sieht sie nun weitere Reserven. "Ich weiß, dass ich noch schneller sein kann. Auch deshalb bin ich mit meinem Rennen sehr zufrieden", meinte sie locker und gelöst. Claudia Pechstein hatte damit auch das interne Duell gegen Anni Friesinger gewonnen. Bis zur letzten Runde lag die 28-jährige Inzellerin in den Zwischenzeiten immer vor der Rivalin, die aber mit der schnellsten letzten Runde der gesamten Konkurrenz (32,6 Sekunden) den Spieß noch umdrehte.

Gute Ränge für Anschütz und Völker

Über 1500 Meter kamen Daniela Anschütz (1:56,69) und ihre Erfurter Vereinsgefährtin Sabine Völker (1:56,70) auf die Ränge elf und zwölf. Tags zuvor hatte Anschütz über 3000 Meter als Fünfte in 4:02,01 wie auch die Berlinerin Lucille Opitz als 13. in 4:07,48 eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt. Den deutschen Herren gelang dies nicht, wenn auch Christian Breuer als 12. über 1500 Meter eine Steigerung nach langwierigen Verletzungen nachwies. In 1:46,62 verfehlte der Grefrather seinen deutschen Rekord nur um 0,28 Sekunden, während der Inzeller Jan Friesinger nach Rang 17 (1:48,32) am nächsten Wochenende in Salt Lake City voraussichtlich in der B- Gruppe antreten muss. Der Sieg ging an den Amerikaner Shani Davis, der in 1:43,52 seinen Weltrekord vom 9. Januar dieses Jahres nur um 0,19 Sekunden verpasste.

Im bislang bestbesetzten Verfolgungsrennen mit insgesamt 21 Teams pulverisierten Arne Dankers, Steven Elm und Denny Morrison den ein Jahr alten Weltrekord gleich um knapp sieben Sekunden und siegten vor beiden Oranje-Trios. Christian Breuer (Grefrath), Jörg Dallmann (Erfurt) und Stefan Heythausen (Grefrath) blieben in 3:44,90 Minuten noch unter dem alten Weltrekord und kamen mit deutschem Rekord auf Platz acht. Sie schufen sich damit eine gute Ausgangsposition für die Olympia-Qualifikation, die neben Gastgeber Italien nur die besten sieben Teams der Weltcup-Serie erreichen.

Frank Thomas, DPA / DPA

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