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Eisschnelllauf-Weltcup: Pechstein verpasst letzte Chance auf Olympia

Schwere Schlappe für Eisschnellläuferin Claudia Pechstein. Beim Weltcup in Salt Lake City hat die Deutsche die sportliche Qualifikation für die olympischen Winterspiele verpasst. Die unter Doping-Verdacht stehende Rekordolympionikin durfte nur nach einer Klage vor Gericht starten - und steht nun vor dem Ende ihrer Karriere.

Claudia Pechstein hat beim Weltcup in Salt Lake City ihre letzte Olympia-Chance vergeben. Die gesperrte Olympiasiegerin schaffte nur Platz 13 über 3000 Meter und verpasste damit die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Vancouver im kommenden Jahr.

Bei ihrem ersten Wettkampf nach 307 Tagen lief die wegen auffälliger Blutwerte gesperrte Pechstein im Olympic Oval gleich im ersten Paar in 4:04,59 Minuten eine Zeit, mit der sie nicht zufrieden sein konnte. Immer wieder schüttelte sie nach dem Rennen den Kopf: "Es ging schwer. Mit diesem Rennen kann ich natürlich nicht zufrieden sein", meinte Pechstein nach ihrem Lauf. "Schon die zweite Runde war zu ruhig. Aber wenn man in den Beinen fest ist, geht eben nicht mehr. Ich hatte schon auf eine 4:02 gehofft", meinte Teamchef Helge Jasch.

Erster Wettkampf nach zehn Montaen Zwangspause

Gewurmt haben dürfte die 37-Jährige, dass gleich drei Deutsche im Klassement vor ihr lagen und ihr den Traum von Olympia verdarben. Ob sie bei Erreichen der Norm des Deutschen Olympischen Sportbundes DOSB im Februar tatsächlich ihre sechsten Spiele hätte erleben dürfen, hätte ohnehin allein das Schweizer Bundesgericht entschieden, das erst im Januar 2010 über den angekündigten Revisions-Antrag Pechsteins zu ihrer Sperre beraten wird.

Auf der Olympia-Bahn von 2002 hatte sie für ein Novum gesorgt, denn noch nie hatte eine gesperrte Athletin ein Weltcup-Rennen bestreiten dürfen. Claudia Pechstein hatte die Starterlaubnis für den ersten Wettkampf nach zehn Monaten Zwangspause in einem in der Sportwelt bisher einmaligen Vorgang mit einem Eilantrag erzwungen. Das höchste Schweizer Zivilgericht war am Mittwoch überraschend ihrem Gesuch gefolgt, um ihr die letzte theoretische Olympia-Chance einzuräumen.

Ein Fingerzeig auf die Hauptverhandlung ist dies jedoch nicht. Sollten die Schweizer Richter den Pechstein-Antrag auf Aussetzung ihrer Zwei-Jahres-Sperre ablehnen, wäre die Karriere der mit fünf Olympiasiegen erfolgreichsten deutschen Winter-Olympionikin zu Ende. Das nur in geringer Zahl anwesende Publikum in Salt Lake City hätte in diesem Fall das Abschieds-Rennen der Athletin gesehen.

"Es war eine Extremsituation, wie ich sie in meiner Karriere noch nie erlebt habe", sagte Pechstein, die behauptet, nie gedopt zu haben. "Ich hatte nur die eine Chance, die wollte ich unbedingt nutzen. Schade, dass es nicht geklappt hat."

DPA / DPA

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