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Frauenboxen: Clash of Queens

Längst schon hat die Damenwelt den Boxring erobert. Bestes Beispiel: Regina Halmich. Deutschlands Box-Königin ist seit über zehn Jahren Weltmeisterin. Am Wochenende bestreitet sie nun den vielleicht härtesten Kampf ihrer Karriere.

Die Karlsruherin will den einzigen Makel ihrer beispiellosen Karriere wettmachen. Am kommenden Samstag, 3. Dezember, steigt sie in der Magdeburger Bördelandhalle mit der Gegnerin in den Ring, die ihr vor über 14 Monaten den WM-Titel fast abgenommen hätte: Elena Reid aus den USA fordert die Weltmeisterin ein zweites Mal heraus.

Seit mehr als zehn Jahren ist Regina Halmich Weltmeisterin und unbesiegt: Sie hat mehr erreicht als jede andere Boxerin vor ihr. Und auch ihren Jubiläumskampf im September dieses Jahres gestaltete die Karlsruherin in ihrer Heimatstadt erfolgreich. In ihrem 50. Profikampf bezwang sie die starke Spanierin Maria Jesus Rosa. Halmich weist eine eindrucksvolle Bilanz von 48 Siegen in 50 Fights vor. Ihre bisher einzige Niederlage datiert aus dem Jahr 1995.

Harter Brocken Elena Reid

Doch viel schwerer trägt sie an dem Unentschieden gegen Elena Reid vom September 2004. Damals hatte die Amerikanerin mit ihrem offensiven Boxstil Halmich an den Rand einer Niederlage gebracht. Jetzt, im mit Spannung erwarteten Rückkampf, will die Weltmeisterin keine Fragen offen lassen, wem der Titel gehört. Drei Profikämpfe hat Halmich, die am 22. November ihren 29. Geburtstag gefeiert hat, in diesem Jahr schon bestritten, zwei davon in Magdeburg, wo sie jetzt auch zum heißen Duell gegen die Rechtsauslegerin Reid antritt.

"Ich habe diesen Kampf gewollt, den ich meinen Fans und Elena versprochen habe", sagte die 28-Jährige vor ihrem 51. Profikampf am Montag in Magdeburg. Mit Elena Reid wartet eine technisch starke, angriffslustige Boxerin auf Regina Halmich, die einen Top-Kampf verspricht. "Ich will alles daran setzen, mit dem Titel nach Hause zurückzukehren", betonte die fünf Jahre jüngere Herausforderin.

Leila Ali kommt nach Berlin

Eine weitere äußerst erfolgreiche Box-Dame wird zwei Wochen später in den Ring steigen: Leila Ali. Die in 21 Profi-Kämpfen ungeschlagene Tochter des früheren Schwergewichts- Weltmeisters Muhammed Ali ist am 17. Dezember zu Gast in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Dort tritt sie im Vorprogramm der Schwergewichts-WM von Nikolai Walujew (Russland) gegen WBA-Titelverteidiger John Ruiz (USA) an. Sollte es sein Gesundheitszustand erlauben, will der große Ali an diesem Abend selbst am Ring sitzen. Der seit über 20 Jahren an der Parkinson-Krankheit leidende Ali erhält zuvor im Berliner Grand Hyatt Hotel als erster Sportler die Otto-Hahn-Friedensmedaille der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen.

dpa/kbe

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