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French Open: Petkovic siegt - und bittet zum Tanz

Andrea Petkovic bleibt bei den French Open auf Kurs. Die deutsche Nummer eins steht bei den Damen in der dritten Runde. Eine Topfavoritin musste dagegen die Segel streichen. Für Florian Mayer kam ebenfalls das Aus. Dem besten Deutschen in der Herren-Konkurrenz fehlte wieder einmal der nötige Biss.

Andrea Petkovic ist Julia Görges bei den French Open in die dritte Runde gefolgt, die Herren hinken dem Tennis-Aufschwung in Deutschland dagegen weiter hinterher. Während sich Petkovic ihrer Zweitrunden-Aufgabe gegen die Tschechin Lucie Hradecka am Donnerstag mit 7:6 (7:2), 6:2 ohne größere Probleme entledigte, verabschiedete sich bei den Männern mit Florian Mayer die deutsche Nummer eins. Nach einer völlig enttäuschenden Vorstellung verlor der 27-Jährige gegen den kolumbianischen Qualifikanten Alejandro Falla mit 6:4, 6:7 (4:7), 1:6, 2:6 und schied damit in der zweiten Runde aus.

Petkovic präsentiert sich in der französischen Hauptstadt weiter als gereifte Spielerin. Konzentriert, fokussiert und körperlich topfit zeigt sich die Weltranglisten-Zwölfte in diesen Tagen von Paris. Nachdem die Hessin in der ersten Runde mit der unbequem spielenden Serbin Bojana Jovanovski noch ein paar Probleme hatte, löste die Darmstädterin ihre zweite Aufgabe auf der roten Asche unweit des Eiffelturms ohne Probleme.

Der Lohn: Das erstmalige Erreichen der dritten Runde in Paris und ein erneutes Siegestänzchen sehr zur Freude der Fans. Seit einigen Wochen hat die 23-Jährige eine zweite Version ihres Petko-Dance im Repertoire, unterhält ihre Zuschauer seitdem mit einer ganz persönlichen Version des Moonwalks.

Den Luxus für ein bisschen Show hatte sich Petkovic gegen Hradecka verdient. Im ausgeglichenen ersten Satz behielt die deutsche Nummer eins stets die Ruhe und schlug im Tiebreak eiskalt zu, als sich die Chance bot. Im zweiten Durchgang nahm sie ihrer Gegnerin, gegen die sie die bisherigen drei Partien verloren hatte, sofort den Aufschlag ab und stürmte danach unaufhaltsam in die dritte Runde. Nach 1:27 Stunden verwandelte Petkovic ihren zweiten Matchball.

Mayer konnte zuvor zu keiner Zeit an seine zuletzt guten Leistungen anknüpfen. "Ich bin sehr sauer auf mich. Ich habe eine große Chance vertan", sagte der 27-Jährige nach seiner am Ende desolaten Vorstellung frustriert. "So eine gute Auslosung bekommt man bei einem Grand-Slam-Turnier nicht so schnell wieder. Das Achtelfinale wäre auf jeden Fall drin gewesen", haderte die Nummer 19 der Welt. Durch das überraschende Erstrunden-Aus des an Nummer elf gesetzten Spaniers Nicolas Almagro hätte erst in der Runde der letzten 16 mit dem Weltranglisten-Achten Jürgen Melzer der erste Härtetest gewartet - doch Mayer warf die Chance einfach weg.

Clijsters-Crash

Dabei startete der Aufsteiger der vergangenen Wochen gut und gewann den ersten Satz nach 48 Minuten mit 6:4. Auch im zweiten Durchgang lag er bereits ein Break vorne. Im weiteren Verlauf hatte der Mannschafts-Weltmeister sogar zwei Satzbälle, gab den Abschnitt im Tiebreak dann aber doch noch mit 4:7 ab. "Das war der Knackpunkt. Danach bin ich völlig zusammengebrochen", sagte der Franke ratlos.

"Mir haben ein paar Prozent auf dem Platz gefehlt, die letzten Wochen haben viel Kraft gekostet", versuchte sich Mayer zu erklären. Der Davis-Cup-Spieler hatte zuletzt in Madrid, Rom und beim World Team Cup in Düsseldorf gespielt. Im Endeffekt fehlte Mayer aber einmal mehr der nötige Punch, um den ganz großen Durchbruch zu schaffen.

Vorzeitig zu Ende sind die French Open auch für Kim Clijsters. Die Australian-Open-Siegerin verlor gegen die 20 Jahre alte Niederländerin Arantxa Rus völlig überraschend mit 6:3, 5:7, 1:6. "Ich habe mich eigentlich gut gefühlt. An meinem Knöchel lag es nicht. Wenn es nicht gegangen wäre, hätte ich hier gar nicht gespielt", meinte die 27-Jährige, die sich 65 leichte Fehler leistete und im zweiten Satz zwei Matchbälle vergab.

kbe/DPA

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